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Antonio Gramscis politische Pädagogik- Workshop 5. – 6. März 2011

„Antonio Gramscis politische Pädagogik“
(Workshop der Rosa Luxemburg Stiftung in Kooperation mit den GEW Studis)
05. – 06. März 2011
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Antonio Gramsci (1891-1937) war politischer Journalist, Aktivist der Turiner Rätebewegung und Mitbegründer der Kommunistischen Partei Italiens. 1926 wurde er von den italienischen Faschisten inhaftiert und verstarb nach 10 Jahren Haft an den Folgen der Gefangenschaft. Seine postum veröffentlichten Gefängnishefte nehmen heute den Rang eines politischen wie philosophischen Klassikers ein, sind aber auch Inspiration für Theorie und Praxis linker Bewegungen.

Von iualmunecar.blogia.com/

Der Workshop zielt nicht auf eine allgemeine Einführung in Gramscis Werk, vielmehr wird ein zentraler Aspekt seines Theoriegebäudes herausgegriffen: Die Bestimmung von Hegemonie als ein pädagogisches Verhältnis. Pädagogische Interaktionen lassen sich nicht auf die personelle ‘Erzieher-Zögling‘ Beziehung reduzieren, sondern sind als ein Strukturverhältnis auszumachen, das in Macht- und Herrschaftsbeziehungen eingelassen ist. So geht Gramsci davon aus, dass politisches Regieren in hegemonialen Gesellschaften notwendig in pädagogische Formen überführt wird; denn Zustimmung und Konsens setzen pädagogische Integration und Führung voraus. Zugleich ist die Zivilgesellschaft Terrain widerstreitender Weltsichten, Lebensentwürfe und Politiken, damit sind pädagogische Konzepte und Praxen immer auch zentrales Handlungsfeld einer emanzipatorischen Gegen-Hegemonie, in der die Überwindung der bestehenden gesellschaftlichen Verhältnisse angelegt ist.
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Antonio Gramsci Pädagogik RLS Veranstaltungen

BUKO – Arbeitsschwerpunkt Bildung & Emanzipation 29. – 31.10.2010

BUKO – BiEmer_innen – Seminarwochenende 2.2

Thema: „Inter-/transnationalis tische Perspektiven auf Bildung und Lernen“ vom 29. – 31.10.2010

Einladung + Programm Hier als PDF

Anmeldung (bis 20.10.2010) unter: mail@buko.info
Teilnahmegebühr: 20 Euro, Teilnehmer_innenzahl: max. 20 Personen

Reisekosten: könnten (anteilig) übernommen werden, da der BUKO-BiEm prekär finanziert ist, wäre es schön, wenn Du vor Ort schaust, ob die Kosten dort (vom AStA etc.) getragen werden können.
Nutze doch ansonsten günstige Möglichkeiten wie bspw. http://www.mitfahrzentrale.de/

Ort: „Curio-Haus“ Rothenbaumchaussee 15 in 20148 Hamburg. Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln bis Bahnhof Dammtor und dann weiter schräg-links-geradaus

Kontakthandy vor Ort: 0178/697 44 75

In Kooperation mit den GEW-Studis – Hamburg
Unterstützt durch Norddeutsche Stiftung für Umwelt und Entwicklung

GEW-Studis unterstützen: Demonstration „Gebührenfreie Bildung und eine erfreuliche Zukunft für alle“ am 25. August

Gebührenfreie Bildung und eine erfreuliche Zukunft für alle
Ein Politikwechsel ist überfällig.

Hamburg ist eine reiche Stadt. Sie ist es durch den Hafen, den Handel, die Arbeit und die sozialen Bewegungen der Vergangenheit und der Gegenwart. Dennoch konzentriert sich der Reichtum zunehmend bei 6 Milliardären und über 40.000 Millionären, deren Vermögen nicht einmal besteuert und deren sonstigen Steuerzahlungen nachlässig geprüft werden, während der soziale und kulturelle Druck auf die Mehrheit gesteigert wird.

„Wir können und dürfen nicht weiter über unsere Verhältnisse leben“, verkündete der scheidende Bürgermeister Ole von Beust nach neun Jahren der Privatisierungen, des Sozialabbaus, der Arbeitsintensivierung und Konkurrenzverschärfung zugunsten der privaten Wirtschaft zynisch. Nun muß er gehen; aber – ginge es nach CDU und Handelskammer – soll die Krise weiterhin gedankenlos mit ihren eigenen Ursachen „bekämpft“ werden.

Dagegen wächst die gesellschaftliche Opposition und sie muß weiter wachsen, denn nur so wird der gesellschaftlich erarbeitete Reichtum produktiv und solidarisch zur Geltung gebracht: Gebührenfreie Bildung ist notwendig für solidarisches Lernen zur Verbesserung der Lebensbedingungen aller. Die Abschaffung der Studiengebühren ist ein entscheidender Schritt zur Abkehr von der baren ökonomischen Verwertung hin zu einer menschenwürdigen Entwicklung. Sie muß deshalb sofort realisiert werden.

Nur eine Stadt, die Steuern dort eintreibt, wo wirklich viel zu holen ist, kann sozialen Wohnraum schaffen, Bildung für alle gewährleisten, die Museen erhalten und ausbauen und ihre Infrastruktur pflegen. Eine humane Gesundheitsförderung läßt sich nur gegen die Unterordnung der ehemals öffentlichen Krankenhäuser unter die Renditeforderungen des Asklepios-Konzerns durchsetzen.

Auch braucht ein weltoffenes und friedliches Hamburg keine staatlich subventionierte Rüstungsproduktion, kein kriegsverherrlichendes Marine-Museum und keine kommerzielle Prestige-Projekte, sondern staatliche Investitionen in allgemein nützliche Arbeit, kritische Bildung und aufgeklärte Kultur.

Der Lack ist ab: Was der gewinngroßen Wirtschaft nutzt, nutzt nicht allen. Ein Politikwechsel ist überfällig. Verbesserung beginnt mit Solidarität.

„Schönster aller Zweifel aber
Wenn die Verzagten, Geschwächten den Kopf heben und
An die Stärke ihrer Unterdrücker
Nicht mehr glauben.“

Bertolt Brecht: „Lob des Zweifels“, Gedichtezyklus 1934-39.

Demonstration: Gebührenfreie Bildung und eine erfreuliche Zukunft für alle

Zeit: 25. August 2010, 13 Uhr,
Treffpunkt: Campus der Universität Hamburg (Von-Melle-Park)
Abschluß: 14:30 Uhr Reesendammbrücke ( Jungfernstieg)

Wir demonstrieren anläßlich der Entscheidung der Bürgerschaft über Neuwahlen für einen Politikwechsel und für die Abschaffung der Studiengebühren.

Unterstüter_innen: Solid, Falken, Eine-Schule-für-Alle, Elternverein, AStA HfBK, FSRK und andere

GEW-Studis empfehlen: Antirassistischen Kongress vom 14.-17. September 2010 in HH

arak10 – gegen den rassistischen Normalzustand
der antirassistische Kongress 14.-17.10.2010 Hamburg

Rassismus ist gesellschaftliche Normalität und begegnet einem in allen Bereichen des alltäglichen Lebens. Menschen werden aufgrund ihrer Hautfarbe diskriminiert, beleidigt und körperlich angegriffen. Menschen wird es von Behörden erschwert ein selbstbestimmtes Leben zu führen, indem sie ständig kontrolliert und daran gehindert werden einer Arbeit nachzugehen oder sich überhaupt frei zu bewegen. Ihren Höhepunkt finden solche behördlichen Maßnahmen nicht selten darin, dass diese Menschen in Haft genommen und abgeschoben werden. Auch die Grenzbefestigungen des europäischen Wirtschaftsraumes und neokoloniale Aktivitäten kapitalistischer Konzerne und Staaten sind als eine Form von Rassismus zu bewerten.

Trotz der vielfältigen Erscheinungsformen von Rassismus und rassistischer Repression, migrieren immer noch zahlreiche Menschen und überwinden die Festung Europa. Sie nehmen ihr Schicksal selbst in die Hand und leisten in ihrem Alltag Widerstand gegen staatlichen und gesellschaftlichen Rassismus. Der antirassistische Kongress 2010 soll Gelegenheit geben, sich mit den Ursachen, Erscheinungsformen und Folgen von Rassismus auseinander zusetzen. Genauso soll er einen Überblick über den antirassistischen Widerstand der letzten Jahrzehnte geben. Wir wollen die Zeit aber auch nutzen, um unsere eigene politische Arbeit und den Umgang mit Ausgrenzungsmechanismen innerhalb der Linken kritisch zu hinterfragen und Perspektiven für zukünftigen Aktivismus zu eröffnen.

Weitere Informationen auf der Internetseite: antirahamburg.blosport.de

Chance verpasst…!

Chance verpasst…!

„Bildung, im deutschen Sinne, ist anti-revolutionär und widerspricht insofern ihrer eigenen Idee. So hat die Idee der Bildung in Deutschland dem ›autoritären Staat‹ und dem ›autoritären Charakter‹ den Weg bereitet; der Widerspruch der Bildung in Deutschland führte zu ihrer Selbst-Liquidierung“
. (Prof. Stapelfedl, „Bildung ist keine Ware?“ )

Die bildungselitäre Volksinitiative „Wir wollen [ohne Arbeiterkinder] lernen“ war (mit Unterstützung vom Deutschen Leherverband (DLH), Deutscher Philologenverband (DPhV), FDP, Freie Wähler, NPD und der bürgerlichen Presse) erfolgreich!!

Es stimmten 276.304 Hamburger_innen für die B.Scheuerl Initiative, nur 218.065 für die Pläne des schwarz-grünen Senats. Insgesamt beteiligten sich rund 491.600 Hamburger_innen also fast 40% der Wahlberechtigten an der Abstimmung.

Bei diesem Schulreform-Kompromiss ging es nicht um irgend ein emanzipatorisches Projekt, sondern lediglich um ein – wenn auch unzureichender – Schritt in die pädagogisch richtige Richtung. Und um eine tendenzielle Abkehr vom viergliedrigen Schulsystem als historisch überholtes deutsches Unikat.

Man erhoffte sich nicht dadurch die Reproduktion von sozialer Ungleichheit in der Schule abzuschaffen, sondern lediglich im (neo)liberalem Sinn mehr „Chancengleichheit“ für Arbeiter- und Migrant_innen Kinder auf Ausbildungs- und Lohnarbeitsplätze durch zwei Jahre längeres gemeinsames lernen zu erreichen.

Doch auch dass war wohl vielen Hamburgern zu viel des Neuen bzw. die bürgerliche Mittelschicht (und die dazu gehören wollen) die einen Abstieg nach ‚unten‘ fürchteten, hatte Angst um ihre bestehenden (Bildungs-) Privilegien…..!

Das Ergebnis heißt jedoch nicht, dass die Idee Kinder nach der vierten Klasse zu getrennen besser wird. Das ist sozial ungerecht und pädagogisch falsch und Deutschland steht mit dieser Praxis weltweit allein auf weiter Flur.

Trotzdem muss man das Bildungspolitisch (bzw. Hegemonietheoretisch) jetzt erst einmal gründlich analysieren.
Eine diffenziertere Analyse wird folgen!

Hier jedoch einige Artikel, die darauf hinweisen warum so abgestimmt wurde, wie abgestimmt wurde.

- The Dishwasher: Hamburger Volksentscheid: Wahlbeteiligung spiegelt Armutsverteilung

- Taz: Mobbing der Bürgerlichen

- Zeit-online: Zäune und Wachmannschaften

- Kommentar von Klaus Bullan, Vorsitzender der GEW Hamburg

Und auch der Vortrag von Prof. Hartmann hat bereits vor dem Volksendscheid ein paar Hinweise dafür gegeben wo das eigendliche Problem liegt…!

„Die selbsternannte Elite – und wie sie sich in Hamburg gegen längeres gemeinsames Lernen stellt“ – Vortrag von Dr. Michael H from Gerhard Schrübel on Vimeo.

Die soziale Spaltung nicht vertiefen: Es ist genug für alle da!

Die soziale Spaltung nicht vertiefen: Es ist genug für alle da!

Hamburg ist reich. Hamburg muss nicht sparen. Es muss nur klug und solidarisch wirtschaften – und den Reichtum gerecht verteilen. In dieser Stadt werden Millionen und Milliarden angelegt, verbaut und investiert. In der Hafencity, an der Elbchaussee, an der Börse kann man besichtigen, wie viel privates Geld es in dieser reichen Stadt gibt. An den Baustellen der Elbphilharmonie und der U4 kann man sehen, dass es auch noch viel öffentliches Geld gibt. Es ist eine politische Entscheidung, ob von dem Reichtum Hamburgs auch alle Bürgerinnen und Bürger etwas haben.

Der Senat plant das größte Sparprogramm, das Hamburg je erlebt hat. Es drohen gewaltige Einschnitte in soziale Programme, in Qualifizierung und Kinderbetreuung, in Sicherheit und Infrastruktur, in Bildung, Kultur und Wissenschaft, in die Arbeit der Bezirke und Stadtteile. Schutzschirme gibt es für die HSH Nordbank und Hapag Lloyd, aber Kinder, Eltern, Erwerbslose und Arme sollen die Zeche für die Krise zahlen, während die Banken und Börsenzocker bereits die nächste Spekulationsblase aufpusten. Dazu sagen wir Nein.

Hamburgs Haushaltsausgaben umfassen rund zehn Milliarden Euro. 600 bis 700 Millionen Euro will der Senat wegstreichen. Die Rekordverschuldung führt zu gigantischen Zinszahlungen an die Banken. Die beschlossene Schuldenbremse wird notwendige Investitionen in Bildung und Zukunft blockieren. Würde der Senat im Bundesrat gemeinsam mit anderen Bundesländern für eine gerechte Vermögensteuer sorgen, kämen jedes Jahr rund eine Milliarde Euro zusätzlich in die Kasse. Würde der Senat endlich genügend Steuerprüfer ausbilden und beschäftigen, könnten die Steuerhinterziehung im großen Stil gestoppt werden – jede Steuerprüfung bei einem Hamburger Millionär bringt 115.000 Euro zusätzlich in die Stadtkasse. Wir fordern eine solidarische Finanzpolitik und eine gerechte Steuerpolitik. Starke Schultern können mehr tragen als schwache.

Hamburg ist eine starke, kluge und solidarische Stadt. Sie wird sich wehren gegen ungerechte Antworten auf die Krise. Wir werden keine Ruhe geben, wenn Schindluder mit dem Steuergeld getrieben wird. Wir werden nicht hinnehmen, wenn unten genommen und oben gegeben wird. Wir sammeln ein Bündnis, das von den Kirchen bis zur Gewerkschaft reicht, von Stadtteil- und Kulturinitiativen bis zu großen Wohlfahrtsverbänden. Wir wollen den Protest in Hamburg und seinen Stadtteilen zusammen mit anderen organisieren. Wir fordern vom Senat, dass er endlich eine neue Politik einleitet, die oben nimmt und unten gibt.

Ein Spardiktat nehmen wir nicht hin. Wir sagen Nein zu jeder Kürzung, die die öffentliche Daseinsvorsorge und –fürsorge einschränkt. Wir sagen Nein zu jeder Privatisierung von notwendigen kommunalen Dienstleistungen. Wir sagen Ja zu einer Politik, bei der breite Schultern auch stärker belastet werden. Wir sagen Ja zu einer Politik, die bei der Bewältigung der Finanzkrise das Verursacherprinzip anwendet: Wer Schaden anrichtet, der soll dafür bezahlen. Wir stellen uns vor die Kinder und die Familien, die Arbeitnehmer und Erwerbslosen, die Migranten, Alten und Schwachen in der Stadt. Wir sagen: Es ist genug für alle da.

Ich möchte den Protestaufruf unterschreiben!

Von UUUUPPSS

GEW-Studis Antifa-News für Sa.17.07:

Da die Neonazis der NPD wussten, dass ihre Kundgebung gegen die schwarz-grüne Schulreform nur unter massivem Schutz der Polizei stattfinden kann, und weil sie Angst vor einer antifaschistischer Mobilisierung hatten wurde Ort der Kundgebung nicht bekannt gegeben.

Es ist jedoch klar, dass NPD am Samstag den 17. Juli von 11:00 – 15 :00 Uhr auf dem Gelände des Busbahnhofes Wandsbek-Markt ihre Kundgebung angemeldet hat.
Anfänglich wollten die Neofaschist_innen vor der Schulbehörde aufmarschieren, dies wurde aber nicht erlaubt. Anmelder der Kundgebung ist er NPD‘ler Raphael Niemann und die Versammlungsleitung hat der Altnazi Manfred Börm.

Das Hamburger Bündnis gegen Rechts hat ab 11:00 Uhr eine antifaschistische Kundgebung gegen die NPD in Wandsbek, Schloßstraße /Botenstieg (in der nähe der NPD Kundgebung) angemeldet. Hier eine Karte von der Umgebung.

Falls sich was bezüglich des Ortes etwas ändern sollte, werdet Ihr es auf der Internetseite des Hamburger Bündnis gegen Rechts oder der erfahren.

Also kommt Samstag alle um 11:00 Uhr um gegen die rassistische Hetzte der NPD zu protestieren!
Seid kreativ und lasst euch nicht erwischen ; – )

KEIN FUSSBREIT DEN NEONAZIS!
Keine Stimme für „Wir wollen lernen“! Gegen Sozialdarwinismus und Rassismus im deutschen Bildungssystem

FÜR EMANZIPATORISCHE BILDUNG UND WISSENS-COMMUNISMUS
STATT PRODUKTION VON HUMANKAPITAL

Mehr Infos:

- Aufruf der GEW-Studis „KEIN FUSSBREIT DEN NEONAZIS! Gegen Sozialdarwinismus und Rassismus im deutschen Bildungssystem“

- Pressemitteilung der LINKEN vom 14.07.10

Aufruf vom Hamburger Bündnis gegen Rechts (HbgR)

KEIN FUSSBREIT DEN NEONAZIS! Gegen Sozialdarwinismus und Rassismus im deutschen Bildungssystem

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KEIN FUSSBREIT DEN NEONAZIS! Gegen Sozialdarwinismus und Rassismus im deutschen Bildungssystem

Die Hamburger NPD und die „freien“ Kräfte mobilisieren zu einer Kundgebung gegen die schwarz-grüne Schulreform am 17.07.2010 um 11:00 Uhr auf dem Gelände des Busbahnhofes Wandsbek-Markt . Die rassistische Ideologie der Neonazis knüpft dabei an der alltäglichen Diskriminierung von Migrant_innen an, die im Bildungssystem und in der Mitte der Gesellschaft verwurzelt ist.

Die 2009 von allen in der Bürgerschaft vertretenen Parteien beschlossene Schulreform soll die vierjährige Grundschule durch die sechsjährige Primarschule ersetzen. Statt des viergliedrigen Schulsystems soll es in Zukunft nur noch zwei Schulformen, die exklusiven Gymnasien und die Stadtteilschulen geben. Dagegen gründete sich bereits Anfang 2008 die bildungselitäre Initiative „Wir wollen [ohne Arbeiterkinder] lernen“ die mit dem zur Zeit laufenden Volksentscheid die Schulreform aufhalten will. Unterstützt wird sie – und das zeigt schon wohin der Hase läuft – von FDP und NPD.

Spätestens bis zum 18. Juli 2010 können alle wahlberechtigten Hamburger_innen darüber entscheiden, ob Hamburger Schulkinder in Zukunft länger gemeinsam in der Primarschule lernen, oder ob sie weiterhin nach der vierten Klasse auf Sonder-, Haupt-, Realschule oder Gymnasium verteilt werden. Dabei ist anzumerken, dass ein Teil (ca. 11%) der Hamburger_innen zur Teilnahme am Volksentscheid – aufgrund des fehlenden deutschen Passes – nicht zugelassen ist. Damit wird die Bevölkerungsgruppe von der Wahl ausgeschlossen, die grundlegendes Objekt für den rechten Diskurs um die Schulreform ist. Dieser soll im folgenden skizziert werden.

.. auch die Neonazis der NPD-Hamburg wollen lernen!
In der kontrovers geführten Debatte will nun auch die Hamburger NPD öffentlichkeitswirksam mitmischen, und plant für den 17.07.10 eine Kundgebung gegen die Schulreform. Der Grund der Neonazis sich gegen die schwarz-grüne Schulreform zu engagieren kann im Aufruf nachgelesen werden. Dort steht, dass die NPD ein „Menschenbild“ habe, das „von der natürlichen Ungleichheit aller Menschen, auch innerhalb des deutschen Volkes“ ausgehe. „Intelligenz und andere Qualifikationen“ seien „nach Erkenntnissen der modernen Biologie zu etwa gleichen Teilen genetisch vorbestimmt“. Zudem schreibt die NPD von „überfremdeten Stadtteilen“ und propagiert die „konsequente Sonderbeschulung von Ausländern und leistungsunfähigen deutschen Schülern, um zu verhindern, dass die gutwilligen deutschen Schüler (…) negativ beeinflusst werden.“ Diese Aussagen zeigen das sozialdarwinistische und rassistische Menschenbild der Neonazis, das die bestehende strukturelle Ungleichheit im Bildungssystem nach den Kriterien des Deutsch-seins und der individuellen Leistungsfähigeit weiter verschärfen will. Diese Meinung – so extrem sie klingen mag – ist jedoch auch in der Mitte der Gesellschaft weit verbreitet.

Der ganz banale Rassismus
Nicht ohne Grund wurde Bundesbank-Vorstand Thilo Sarrazin (SPD) mit seinem Gepöbel über Migrant_innen nicht als Rassist gebrandmarkt (obwohl in einem wissenschaftlichen Gutachten genau das bestätigt wird, nämlich dass seine Aussagen eindeutig rassistisch waren), sondern von zahlreichen Medien für seinen Mut bewundert wird, da er endlich „unbequeme Wahrheiten“ aussprechen würde. Eine vom Soziologen Wilhelm Heitmeyer veröffentlichte Studie ergab, dass 48,5% und damit nahezu jede_r zweite Deutsche „fremdenfeindliche“ Einstellungen vertritt. „Rassistische Einstellungen finden sich in allen Lebensbereichen der Gesellschaft: Medien, Arbeitsmarkt, Politik, Bildung. Sie äußern sich nicht unbedingt in Gewalt. Viel häufiger sind die kleinen, versteckten Formen von alltäglicher Ausgrenzung und Diskriminierung, die schwer zu erfassen sind.“ (Wagner, BR-online). So ist auch nicht verwunderlich, dass auch innerhalb des Schulsystems Rassismus vorhanden ist und auch in Diskursen über Schul- und Bildungspolitik rassistisches Wissen „Erklärungen“ z.B. für Bildungserfolge liefert.

Reproduktion von Rassismus im Schulsystem
Bezogen auf das deutsche Schulsystem hat das rassistische Wissen (über „people of colour“ und Menschen mit sog. Migrationshintergrund) die Funktion die realen Ungleichheiten zu „erklären“, ohne die bürgerliche Ideologie der „Chancengleichheit“ in Frage zu stellen. „Die ‚Illusion der Chancengleichheit‘ (…) besteht darin, dass unter der Maxime der Gleichberechtigung und Chancengleichheit zwar gleiche Ausgangsbedingungen im Bildungssystem zur Verfügung gestellt werden, dies aber insofern zu einer raffinierten, da maskierten Form der Reproduktion von Ungleichheit beiträgt, weil die nicht zufällig, sondern aufgrund ihrer sozialen Herkunft und Zugehörigkeit Privilegierten von diesem ‚gleichen Wettbewerb unter Ungleichen‘ profitieren. Differenzunempfindlichkeit, auch jene, die einem egalitären Anspruch entspringt, trägt bei gegebenen Differenzen zu einer Ungleichbehandlung bei.“ (Prof. Mecheril 2004)

Die in zahlreichen Studien (z.B. von Gomolla und Radtke) festgestellte strukturelle Diskriminierung von Jugendlichen mit sog. Migrationshintergrund in der Schule zeigt sich dadurch, dass deren Anteil auf Sonder- und Hauptschulen im Vergleich zu anderen weiterführenden Schulen überproportional hoch ist. Wichtig ist, dass es beim strukturellen Rassismus nicht ausreicht, einzelne Lehrer_innen oder gar die Betroffenen selbst als Grund heranzuziehen. „Dass Schule mit ihren Selektionsmechanismen so wirkmächtig und unhinterfragt ist, dass trotz Pisa und IGLU keine grundlegenden Veränderungen des Schulsystems angegangen werden, verweist darauf, dass auch hier strukturelle Probleme individualisiert werden: Weil „sie“ anders, nicht wie „wir“ seien, weil „sie“ weniger gebildet seien und weniger Wert auf Bildung legten, weil „sie“ kein demokratisches Schulsystem kennen würden, weil „sie“ zu Hause kein Deutsch sprächen, schnitten Migrantenkinder und – Jugendliche in der Schule teilweise so schlecht ab. Die Bildungsmisere von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund wird auf diese Weise kommuniziert und ist scheinbar plausibel.“ (IDA- NRW)

Kulturrassismus als Erklärung von sozialen Ungleichheiten
Wer jedoch diese strukturelle Diskriminierung verneint und gleichzeitig an der Ideologie der „Chancengleichheit“ in der Schule festhalten will, muss dann den Grund bei den Betroffen selbst suchen. So wird ganz klassisch Liberalismus-like, die strukturelle Ungleichheit in individuelle Schuld oder Unvermögen umgemünzt. Im Sinne kulturrassistischer Interpretationsmuster wird so das schlechte Abschneiden von Jugendlichen mit sog. Migrationshintergrund aufgrund von „Nicht-Integration“ oder „kultureller Disposition“ erklärt. Kulturrassistisch beeinflusste Deutungsmuster lenken so von der eigentlichen Ursache, nämlich ökonomischer, politischer und sozialer Konflikte und dem Rassismus in der Schule ab. Und was bei „gut situierten“ Bürger_innen noch fehlender Leistungswille und Integrationsbereitschaft ist, schlägt bei Neonazis in Kultur- und biologischen Rassismus um. Der Neorassismus benutzt dabei anstatt des wissenschaftlich widerlegten Konstrukts der „Rasse“ die Dimension Kultur, als das absolut Trennende der Menschen, die naturgegeben erscheint. Diese Naturalisierung gesellschaftlicher Verhältnisse ist das gemeinsame von Kultur- und biologischen Rassismus (vgl. Auernheimer, 2001).

Kein Platz für Alltagsrassismus – Neonazis verjagen!
Sicher ist, dass Rassismus kein Privileg von Neonazis ist, sondern alltäglich auch in der Mitte der Gesellschaft und bei sich als politisch Links nennenden Menschen vorhanden ist. Deswegen ist es wichtig, diesen nicht nur in der extremen Form, wie er von den Neonazis propagiert wird, anzugreifen sondern auch seine subtilen Formen im Alltag und institutionellen Strukturen zu dekonstruieren und damit der Naturalisierung gesellschaftlicher Herrschaftsverhältnisse entgegen zu wirken.

Kommt alle am Samstag den 17.07.10 um 11:00 Uhr zum Busbahnhofes Wandsbek-Markt um gegen die Kundgebung der Neonazis zu protestieren.

Keine Stimme für „Wir wollen lernen“!
Beteiligt euch an den Aktionen gegen die NPD Kundgebung am 17.07.2010

Für selbstbestimmte Bildung und Wissens-Communismus
statt Produktion von Humankapital

Neuste Infos zu Gegenaktivitäten auf der Internetseite des Hamburger Bündnis gegen Rechts und hier geben.

Die selbsternannte Elite – und wie sie sich in Hamburg gegen längeres gemeinsames Lernen stellt – Vortrag von Dr. Michael Hartmann (Videomitschnitt)

Die Elbvorortinitiative „Wir wollen lernen“ hat mit etwa 180.000 Unterschriften dafür gesorgt, dass es am 18. Juli in Hamburg einen Volksentscheid über längeres gemeinsames Lernen in der Primarschule geben soll. Die Initiative „Wir wollen lernen“ beharrt auf dem alten dreigliedrigen Schulsystem und auf der Selektion der Schulkinder nach der 4. Klasse. Alle pädagogischen Argumente sprechen für längeres gemeinsames Lernen und gegen die Vorstellungen der Initiative. Warum hat sie dennoch bisher Erfolg gehabt?

„Die selbsternannte Elite – und wie sie sich in Hamburg gegen längeres gemeinsames Lernen stellt“, so lautete der Titel einer Vortrags- und Diskussionsveranstaltung mit Dr. Michael Hartmann (Soziologe an der TU Darmstadt), die am 3.Mai in der GEW Hamburg stattfand.

„Die selbsternannte Elite – und wie sie sich in Hamburg gegen längeres gemeinsames Lernen stellt“ – Vortrag von Dr. Michael H on Vimeo.

Der Video-Mitschnitt der Veranstaltung (Avi-Datei, 1 GB) steht auch hier zum Download bereit: download

Aktuell: Nazi-Kundgebung am 17.07 gegen die Schulreform stören!

Nazi-Kundgebung am 17.07 gegen die Schulreform stören!

Für den 17.07.10 mobilisieren Neonazis der NPD und freien Kräfte für eine Kundgebung gegen die Schulreform. Unter billigen rassistischen Parolen fordern sie deutsche Bildungseliten und die Beibehaltung des dreigliedrigen Schulsystems.

Spätestens bis zum 18. Juli 2010 können alle wahlberechtigten Hamburger_innen – das heißt also eine große Anzahl von MigrantInnen sind davon ausgeschlossen – in einem Volksentscheid darüber entscheiden, ob Hamburger Schulkinder in Zukunft länger gemeinsam in der Primarschule lernen, oder ob sie weiterhin nach der vierten Klasse auf Sonder-, Haupt-, Realschule oder Gymnasium verteilt werden. Die 2009 (von allen Parteien außer FDP und NPD) beschlossene Schulreform soll die vierjährige Grundschule durch die sechsjährige Primarschule ersetzen und statt des viergliedrigen Schulsystems soll es in Zukunft nur noch zwei Schulformen – die exklusiven Gymnasien und die Stadtteilschulen, wobei Sonderschulen wie üblich vergessen werden – geben. Dagegen gründete sich bereits Anfang 2008 die Bildungselitäre Initiative „Wir wollen lernen“ die mit dem zur Zeit laufenden Volksbegehren die Schulreform aufhalten will…!
An dieser kontrovers geführten Debatte um die Schulreform wollen die Neofaschisten der Hamburger NPD nun mitmischen. So ist auf den Mitte Juni aufgestellten Plakaten zu lesen: „Tragen sie auch Verantwortung für ihre Kinder und Enkelkinder? Dann…“ „Ja zur Vorlage der Volksinitiative „Wir wollen lernen“ und „Nein zum Schulreformchaos der Bürgerschaft“.

Krasser kommt die Menschenverachtende Propaganda im Aufruf der Neofaschisten zu tage: Im Kampagnenaufruf heißt es, dass die NPD ein „Menschenbild“ habe, das „von der natürlichen Ungleichheit aller Menschen, auch innerhalb des deutschen Volkes“ ausgehe. „Intelligenz und andere Qualifikationen“ seien „nach Erkenntnissen der modernen Biologie zu etwa gleichen Teilen genetisch vorbestimmt“. Die NPD spricht von „überfremdeten Stadtteilen“ und propagiert die „konsequente Sonderbeschulung von Ausländern und leistungsunfähigen deutschen Schülern, um zu verhindern, dass die gutwilligen deutschen Schüler (…) negativ beeinflusst werden.
Diese Aussagen zeigen das sozialdarwinistische und rassistische Menschenbild der Neonazis, welches jedoch auch (in „politisch korrekter Form“) von Otto Normalbüger und Sarrazin (SPD) geteilt und verbreitet wird. So wird die z.B. gerne die strukturelle Diskriminierung von sog. Jugendlichen mit Migrationshintergrund die sich darin zeigt, dass an Sonder- und Hauptschulen der Anteil an Schüler_innen mit sog. Migrationshintergrung im Vergleich zu anderen weiterführenden Schulen überproportional hoch ist, mit „nicht- Integration“ , „kultureller Disposition“ oder schlichtweg Faulheit erklärt.

Dieser rassistischen Hetze in Bezug auf Schulbildung muss etwas entgegen gesetzt werden! Und noch viel mehr der zugespitzten Hetze der NPD, welche auf ihrer Homepage ankündigt „weiterhin massiv durch Flugblattverteilungen und Sicherstellung der Plakatpräsenz das Anliegen der Volksinitiaitve „Wir wollen lernen“ zu unterstützen, um Schaden vom deutschen Volk abzuwenden“…!

Nazikundgebung verhindern. Keine Stimme für Sozialdarwinismus und Rassismus!
Beteiligt euch an den Aktionen gegen die NPD als Teil des Volksbegehrens „Wir wollen lernen“.

Für selbstbestimmte Bildung und Wissens-Communismus!

PS: Da die Neonazis wissen, dass ihre Kundgebung nur unter massivem Schutz der Polizei stattfinden kann und aus Angst vor antifaschistischer Mobilisierung haben sie bis jetzt den Ort der Kundgebung nicht bekanntgegeben. Wenn wir mehr wissen werdet ihr es hier erfahren.

PPS: Mehr Infos zur schwarz-grünen Schulreform im ausführlicheren und kritischen Aufruf „Gibt es eine richtige Schule im Faslchen“

Von Bildung