Bericht vom letzten Here to participate!-Treffen

Hier ein kurzer Bericht vom ersten Here-to-Participate-Treffen am 23.5. und eine Erinnerung an das kommende Treffen am 18.7. Dort wollen wir mit euch über eure bisherigen Erfahrungen im Buddy-Team sprechen und gemeinsam überlegen, wie es weiter geht. Here is a short report about the first Here-to-Participate-Meeting an 23rd May and a reminder for our upcoming Meeting an 18st July. We want to exchange about your past experiences in the Buddy-Teams and plan how to go on.

Refugee-Buddy-Programm gestartet!
Bericht vom ersten Here to participate!-Treffen


Knapp 50 Interessierte kamen am 23.5. zum ersten Treffen des Refugee-Buddy-Programms der GEW Hamburg ins Curiohaus. Mit dem Programm Here to participate! soll dem aktuellen gesellschaftlichen Rechtsruck, eine Praxis der Solidarität entgegengestellt werden. Das Programm fordert Teilhabemöglichkeiten für Geflüchtete im Bildungsbereich, will einen Austausch von Pädagog_innen mit und ohne Fluchtgeschichte fördern und geflüchteten Kolleg_innen – ungeachtet ihres Aufenthaltsstatus – die Partizipation in Gewerkschaft und beruflichen Handlungsfeldern ermöglichen. Bereits Ende April wurde die Durchführung des Programms durch die GEW Hamburg auf dem Gewerkschaftstag einstimmig beschlossen.

Wege in das Berufsfeld Bildung ermöglichen

Für ein erstes Treffen hatte der Organisator_innenkreis ins Curiohaus geladen, um Idee und Konzept des Programms vorzustellen und praktische Wege der Partizipation vorzubereiten. Gekommen waren an die 50 Kolleg_innen – mit und ohne Fluchterfahrung sowie mit unterschiedlichen Expertisen im Berufsfeld „Bildung“ – mit Abstand die meisten sind im dem Bereich „Schule“ heimisch. Um überhaupt eine Grundlage für den gegenseitigen Austausch zu schaffen, wurde die Veranstaltung mehrsprachig gehalten. Neben englisch und deutsch, wurde auch auf arabisch und französisch übersetzt – Übersetzer_innen für farsi und serbo-kroatisch standen ebenfalls bereit. Nachdem die Verständigung geklärt war, wurde die Entstehung des Here to participate!-Programms präsentiert, das seit Februar von Refugees und Aktiven in der GEW konzipiert wird. Anschließend gab die Kollegin Barbara Geier einen Überblick über die Spezifika des Hamburger Schulsystems.

Buddyteams entstehen

In der darauf folgenden Phase, bildeten sich entlang der Zuordnung zu Unter-, Mittel- und Oberstufe Kleingruppen, in denen sich die Teilnehmer_innen mit ihren bisherigen Erfahrungen und Wünschen vorstellten. Innerhalb der Kleingruppen und in Einzelgesprächen wurden zudem Möglichkeiten des gegenseitigen Austauschs und denkbare Wege der Partizipation Geflüchteter in den Schulbetrieb diskutiert. Aufgrund des großen Interesses geflüchteter Lehrer_innen am Buddyprogramm werden weiterhin Kolleg_innen gesucht, die sich im aktiven Schuldienst befinden und Teil eines Buddyteams werden wollen. Neben den Schulbuddys konnte sich auch ein Team von Sozialarbeiter_innen finden.
Im Zuge der Veranstaltung kamen auch Fragen zum Lehramts- und Studium der Sozialen Arbeit auf, die in Zusammenarbeit mit dem Refugees-Welcome-Cafe an der Uni Hamburg beantwortet werdet werden.

Fehlende Anerkennung
Von geflüchteten Kolleg_innen wurden zudem zwei weitere schwerwiegende Themen stark gemacht, anhand derer auch die Grenzen des Buddyprogramms schnell deutlich wurden. Zum einen die Frage danach, welche der Abschlüsse, aus den Herkunftsstaaten, in Deutschland anerkannt werden – und welche nicht? Und zum anderen die Frage danach, wie Arbeitserlaubnisse erlangt werden können. Leider kann die GEW Hamburg als Gewerkschaft weder Abschlüsse offiziell anerkennen, noch Arbeitserlaubnisse ausstellen.

Trotzdem – oder gerade deshalb – wurde festgehalten, dass die Arbeit von Here to participate! nicht beim Austausch unter Fachkräften enden darf, sondern in einem gemeinsamen politischen Kampf für die strukturelle Gleichstellung von geflüchteten Kolleg_innen eintreten muss: Für die Anerkennung ausländischer Hochschulabschlüsse (und Ausbildungsabschlüsse) und Arbeitserlaubnisse für alle!

Wie weiter?
In den Wochen nach dem Treffen fand bereits mindestens eine erste Hospitation statt, weitere sind in Planung und eine Reihe neuer Interessent_innen hat Kontakt zu uns aufgenommen. Außerdem gibt aus aus anderen Landesverbänden sowie der GEW-Bund Interesse das Programm zu übernehmen.

Auf dem nächsten Treffen am 18. Juli werden die Buddyteams berichten, wie der bisherige Austausch verlaufen ist: was geklappt hat – und was nicht. Natürlich gibt es auch wieder die Möglichkeit neue Buddyteams zu bilden! Und vielleicht ergibt sich auch schon ein Rahmen, politische Handlungsmöglichkeiten zu diskutieren. Auf einem Extratreffen wollen wir rechtliche Infos zu den Themen Anerkennung und Arbeitserlaubnis vorstellen.

Ob mit oder ohne Fluchterfahrung – Kolleg_innen aus dem Bildungsbereich sind weiterhin herzlich willkommen. Bei Interesse melde dich gerne unter buddyprogramm@gew-hamburg.de oder komm zum nächsten Treffen am Montag den 18.7. um 18 Uhr ins Curiohaus (Raum A). Aktuelle Infos findest du auf facebook oder auf der GEW-Website.

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The GEW Refugee-Buddy program has started!
A report about the first meeting of the Here to participate!-program

Around 50 people joined the first meeting of the refugee-buddy-program on May 23rd at GEW Hamburg. The program Here to participate! wants to oppose the political shift to the right with practical solidarity. It demands possibilities for refugees to participate in the German education system and wants to establish communication and exchange between educators with and without migration history – regardless of their residence status. Also, the project encourages refugee colleagues to participate in the union and educational areas. In April 2016, the project was welcomed and agreed on by the highest committee of the GEW Hamburg in unison.

Establish ways to the occupational area of education

The first meeting was organized by the promotors to introduce the idea and the concept of the program and to present and arrange possibilities for future participation. About 50 colleagues with and without migration history and different knowledge and experiences in the occupational area of education attended the first meeting, most of them teachers. To build a basement for communication and exchange, the meeting was held both in English and German. Furthermore, we provided a translation in Arabic, French, Farsi and Croatian.

At the beginning we agreed on the communicational basics, afterwards the origin of the project was presented: since February 2016, refugees and other active members of the GEW Hamburg planned the project and discussed several possibilities for refugees to participate both in the educational system and the union itself. After the presentation of this process, the specification of the school system in Hamburg was outlined by GEW-member Barbara Geier.

Building teams
After a short break we tried to form small groups. The attendees were devided by the age of the scholars they would like to work with or the type of school they already work at. First ideas and experiences were shared and possibilities for participation in the German educational system were discussed as well. Due to the high number of refugee colleagues who showed interest in the project, more teachers who are currently working actively in schools and want to be part of the program, are desperately called for! Apart from that, buddy-teams consisting of social workers did successfully form themselves.
At the meeting, we also discussed questions concerning academic studies to become a teacher or a social worker at German universities, which were answered in cooperation with the Refugees Welcome Café at the University of Hamburg.

Absent admissions
Furthermore, refugee colleagues discussed two topics that soon illustrated barriers in and limits of the project: working permits and the admission of foreign certificates. As a union, the GEW Hamburg can not provide working permits or approve foreign certificates. Nevertheless, we agreed that Here to participate! not only provides the possibility for an exchange of professionals, but also needs to demand structural equality for refugee colleagues with political engagement. We demand working permits for everybody and the acknowledgement of foreign certificates!

How to carry on?
In the week that followed our first meeting, at least one refugee colleague could already visit a school and similar actions are planned! Additionally, a few more interested people contacted us by now. Other state associations of the GEW are interested in the project and consider adopting our ideas.

The next meeting is planned for July 18th. Some Buddy-teams will report about their cooperation and of course there will be enough space to find a new partner. And maybe there will even be space for discussing political actions together. Further on, we want to inform about the legal requirements for the admission of foreign certificates and working permits in an additional meeting.

Whether you may have a migration history or not – colleagues working in the field of education are still very much welcome to join the program! If you are interested, send us an e-mail via buddyprogramm@gew-hamburg.de or simply attend the next meeting which is scheduled for Monday, the 18th of July at 6pm. at the GEW Hamburg. You find more information about the project on facebook or our homepage.

Arbeitserlaubnis für alle! Curio Haus Here to participate! Rassismuskritik Solidarität