Kritische Männlichkeit und ihre Vermittlung – Veranstaltung am 13.05.

Am Mittwoch, den 13.05 . findet eine Informations-­ und Diskussionsveranstaltung mit Referierenden aus dem Bereich außerschulischer Bildung und Beratung zum Thema Kritische Männlichkeit und ihre Vermittlung statt. Organisiert vom Bündnis Pick­Up­Feminism – Take­Down­RSD. Place: GEW­ Hamburg, Rothenbaumchaussee 15, Raum A/B, 19:00

Was verbirgt sich hinter der Idee einer „Kritischen Männlichkeit“? Wie und wo ist diese lern­ und vermittelbar? Wie erreichen wir Jungen und gewinnen sie für emanzipatorische Veränderungen der Geschlechterverhältnisse? Was geht konkret in Hamburg? Welche Bedingungen braucht kritische Jungenarbeit? Wo und warum ist das in der Praxis oft schwierig? Und (wie) können aus Tätern reflektierte und solidarische Menschen werden?

Hintergrund:

„Women are fucking currency“, „treat women how you don‘t want to be treated“ oder auch „Pay me and rape them all“: Zitate des Gurus einer Bewegung, die sich selbst als „Pick­Up­Art“ (Die Kunst des Aufreißens (von Frauen)) bezeichnet und deren Anhänger in Deutschland mit über 50.000 nur grob geschätzt werden kann. Eine Firma, die große
Umsätze mit der Verbreitung eines Konzeptes erzielt, in dem Frauen gezielt erniedrigt und sexuell übergriffig behandelt werden. Ein Phänomen, das nicht nur als Randgruppenerscheinung betrachtet werden kann sondern als Teil einer hegemonial männlich strukturierten Gesellschaft, in der Täter viel zu oft geschützt und Betroffen sexueller Gewalt in eine Rechtfertigungslogik gezwängt werden.

Zwei vergangene Veranstaltungen des Bündnisses „Pick­Up­Feminism ­ Take­Down-
RSD“* beschäftigten sich bereits mit den ideologischen Abgründen der „Pick­Up­Artists und der uns umgebenden „Rape Culture“*. In der anstehenden Veranstaltung soll es um die heutige Sozialisations­Welt von Jungen und Männern gehen und eine Beschäftigung mit pädagogische Gegenstrategien und Ansätze nach dem Konzept „Kritischer Männlichkeit“.

Dafür haben wir drei Personen eingeladen, die aus ihrer pädagogischen und beratenden Praxis mit Jungen und Männern im Bereich geschlechterreflektierender Sozialarbeit in Berlin und Hamburg berichten werden:

Mit:

Marc Brandt (Berlin)– ist Mitarbeiter bei „Dissens ­ Pädagogik und Kunst im Kontext e.V.“ und gibt nebenher auch Workshops zur kritischen Relexion von Männlichkeit für linke Gruppen

Veröffentlichungen u.a.: Marc Brandt: Fallbeispiele zu geschlechterreflektierenden Strategien gegen Rechtsextremismus in der Kinder­ und Jugendhilfe. In: Robert Claus, Esther Lehnert, Yves Müller (Hrsg.): Was ein rechter Mann ist. Männlichkeiten im
Rechtsextremismus. Dietz Verlag Berlin 2010.

Georg Aschoff (Hamburg) – ist Sozialpädagoge und politischer Bildungsarbeiter, arbeitet seit 2006 mit Jungen in unterschiedlichen Settings wie Einzelfällen, Seminaren, Gruppen, Schulveranstaltungen und einem internationalen Projekt zu Gender und Sexualität.

Günter Reif (Hamburg) – Magister Artium (Geschichte/Germanistik), arbeitet als Gewaltberater (GHM) im Hamburger Gewaltschutz­Zentrum und als Supervisor (DVG) in eigener Praxis.

*Hintergrund: In Hamburg findet vom 8. bis 10. Mai genau solch ein Seminar von RSD statt. Das haben wir uns zum Anlass genommen, ein Bündnis gegen RSD und die „Pick-Up“­Szene im allgemeinen zu gründen, um dem etwas entgegen zu setzen.

„Pick­Up“ ist in diesem Sinne kein „“neues“ Phänomen – eine Szene dafür besteht auch in Hamburg schon seit Jahren. FB: Pick­Up­Feminism – Take­down­RSD, pick­up-feminism@gmx.de

**“Rape Culture“: bezeichnet Gesellschaften, in denen sexuelle Gewalt und Vergewaltigung verbreitet sind und weitgehend toleriert oder geduldet werden. Damit einher gehen die Verharmlosung solcher Taten, die Beschuldigung der Opfer und die Herabsetzung Betroffener oder potentieller Opfer zu Sexualobjekten. Mit dem Begriff wird darauf hinzuweisen versucht, dass es sich bei sexuellen Übergriffen nicht nur um Verbrechen einzelner Individuen handelt, sondern dass eine Vielzahl von gesellschaftlichen Faktoren in einer gegebenen Kultur Vergewaltigungen und sexuelle
Gewalt begünstigen können. (wikipedia, April 2015)

Curio Haus Feminismus Veranstaltungen