Zivilklauselkongress 2014 an der HAW Hamburg

„Für eine Wissenschaft und Kultur des Friedens“ ist der Titel des diesjährigen Zivilklausel-Zukunftskongresses, der vom 24. bis 26. Oktober an der HAW Hamburg stattfindet. Wir unterstützen das Vorhaben, Wissenschaft so zu organisieren, dass sie ausschließlich zivilen Zwecken dient und nicht militärischen Interessen. Weitere Infos und das Programm gibts hier. Hier der Aufruf des AK-Zivilklausel:

„Das Denken und die Methoden der Vergangenheit konnten die Weltkriege nicht verhindern, aber das Denken der Zukunft muss Kriege unmöglich machen.“ Albert Einstein

Krieg, Rüstungsexporte, Rüstungsproduktion, und Rüstungsforschung stehen der sozialen und kulturellen Entfaltung humaner Entwicklungsmöglichkeiten entgegen. Daher kommt in der weltweit wachsenden Kriegsablehnung der Bevölkerung sowie in dem vielfältigen Widerstand von Friedenskräften gegen die Kriegspolitik der Nato-Staaten verstärkt zum Ausdruck, dass die Welt friedlich und zivil gestaltet werden muss, denn eine menschenwürdige und erfreuliche Entwicklung aller ist schon lange objektiv möglich. Als Teil dessen bildet das Engagement der Zivilklauselbewegung für eine zivile, friedensschaffende Wissenschaft einen relevanten Faktor gesellschaftlicher Aufklärung und Veränderung, damit „das einzige Ziel der Wissenschaft darin besteht die Mühseligkeit der menschlichen Existenz zu erleichtern“ (Bertolt Brecht). Das forschende Lernen und die gemeinsame Arbeit für eine zivile und friedliche Entwicklung hat den aufrichtenden Gehalt die Geschichte wieder gemeinsam in die Hände zu nehmen gegen das Prinzip der gewalttätigen Durchsetzung der skrupellosen Ökonomie der Geschäftemacherei. Es kommt dabei wesentlich auf uns an: Wir wollen daher als Studierendenbewegung, Friedensbewegung und Gewerkschaftsbewegung auf einem Kongress zusammenkommen, um aus dem gemeinsamen Engagement gegen Krieg und Rüstungsforschung die Perspektive und Praxis einer friedensschaffenden Wissenschaft und Kultur zu erweitern. Die Geschichte der letzten 100 Jahre – 2 Weltkriege und dagegen das erfolgreiche Engagement für ihre Beendigung – hinterlässt Lehren, aus denen wir für heute lernen sowie uneingelöste Hoffnungen, an deren Realisierung wir anknüpfen wollen: Das Gebot ziviler Konfliktlösung, der umfassenden demokratischen Beteiligung und Bildung zur Erweiterung sozialer, wirtschaftlicher und kultureller Rechte (UN-Charta und UN-Sozialpakt) müssen gesellschaftlich eine Renaissance erfahren. Ebenso wie die, vor dem Hintergrund der historischen Erfahrung mit der Indienstnahme der Wissenschaft für Krieg und Faschismus, im Grundgesetz verankerte „Freiheit der Wissenschaft“, die nur in Einheit mit dem Gebot der Menschenwürde (Art. 1 GG) verwirklicht werden kann. Dafür ist es unter anderem erforderlich, an den Hochschulen die Überwindung der „unternehmerischen Hochschule“ zugunsten einer Wissenschaft in gesellschaftlicher Verantwortung voranzutreiben und die BWL als aktuelle Leitwissenschaft („alles für den Standort“) zu begraben durch eine lebendige Praxis friedensfördernder Wissenschaft. Dafür wollen wir erweiterte Arbeitszusammenhänge bilden, in denen wir für den Kongress, auf dem Kongress und darüber hinaus fachspezifisch den emanzipatorischen Charakter in den jeweiligen Fächern ergründen, in Gegnerschaft zu ihrer Zurichtung für Profit und Krieg uns aneignen und zur Geltung bringen wollen. Wir wollen in einem zweiten Schritt auswerten und reflektieren, was wir als Zivilklauselbewegung gesellschaftlich erreicht haben und was dabei überzeugend war, um eine neue Qualität gemeinsamer Offensivität und Organisierung zu entwickeln. Um uns zu qualifizieren, gemeinsame Vorhaben zu erarbeiten und eine neue Etappe der kollektiven Wirksamkeit und Erweiterung voranzubringen, rufen wir zu einem bundesweiten Zivilklauselkongress vom 24.10.2014 bis zum 26.10.2014 an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg auf.

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