„Rassismus ist kein Werbegag“: Dokumentationsbroschüre zur Auseinandersetzung um den Film „Inside Asta“

Dokumentationsbroschüre zur Auseinandersetzung um den Film „Inside Asta“

Die 50 Seitige Dokumentationsbroschüre zur Auseinandersetzung um den Film „Inside Asta“ kann mensch sich hier online herunterladen!
Außerdem wird es diese Broschüre bald auch auf Papier gedruckt geben, die dann in den üblichen studentischen Cafes der Uni HH ausgelegt sein wird.

Aus der Einleitung:

Dieser Reader dokumentiert die (schriftlichen) Geschehnisse rund um den Film „Inside AStA“ des AStA der Universität Hamburg.
Teile des AStA der UHH haben im Winter 2010 für viel Geld einen Imagefilm für die Homepage des AStA produziert. Dies geschah unter relativer Geheimhaltung des konkreten Inhalts, aber bereits vor der Premiere im Abaton-Kino gab es Protest von verschiedenen Seiten wegen der in der Ankündigung des Films reproduzierten rassistischen Stereotype.

Am Premierenabend (04.02.2011) selbst bewahrheiteten sich die Befürchtungen der protestierenden Gruppen: Der fast informationsfreie Film reiht ein Klischee ans andere, einzig die höheren Status-gruppen der Uni und des AStA werden verschont. So beginnt der Film mit einer mit Gospelmusik unterlegten Szene, in der Schwarze Frauen singend und tanzend einen Hörsaal putzen – wohlgemerkt einen Hörsaal der Universität Hamburg, die 1908 als Kolonialinstitut gegründet werden. Dann betreten AStA-Mitarbeiter_innen den Saal und verteilen Flyer, woraufhin sie von den Putzkräften verprügelt werden. Der Sprecher kommentiert dies unter anderem mit dem rassistischen Stereotyp, dass die Flyer Verteilenden “sich der Urgewalt von Werktätigkeit und Folklore entgegen” stellen. Es folgen Sprüche über Menschen, die im Müll suchen, negative Darstellungen der Mitarbeiter_innen in der Kinder-betreuung und im Infocafé des Asta, Spott über linke Aktivist_innen und eine gehörige Portion Heteronormativität und Sexismus.

Angesichts dieser als vorgebliche Satire verpackten Rassismen, Sexismen und anderen Verspottungen von Gruppen, die ohnehin schon weniger Privilegien als der reiche, weiße Heteromann haben, und der Absicht des AStA, den Film in den OEs zu zeigen, entstand am Premierenabend der Wunsch, gegen den Film aktiv zu werden, und das erste Treffen der Herausgeber_innen dieses Readers wurde ver-abredet: Wir, der Arbeitskreis Antirassismus an der Uni Hamburg, haben uns im Februar 2011 zum ersten Mal zusammengefunden.

Seitdem hat sich einiges getan: Es gab viel Kritik von unterschiedlichsten Seiten, eine Pseudoent-schuldigung des AStA, mediale Aufmerksamkeit, ein nicht beantwortetes Gesprächsangebot an den Regisseur des Filmes und letzten Endes eine Sitzung des Studierendenparlaments, in der unter anderem beschlossen wurde, den Film nicht mehr zu zeigen und von der Homepage des AStA zu ent-fernen. All das lässt sich anhand dieses Readers nachverfolgen.

Viel Spaß beim Lesen!

Und wenn ihr Lust habt beim Antirassismus Treffen mitzumachen oder uns kontaktieren wollt,
erreicht ihr uns unter folgender E-Mail-Adresse: ak-antiRaHH@riseup.net

Aus Bildung
Broschüre Inside AStA Kritik Pressemitteilung Rassismuskritik Uni Hamburg

1 Antwort auf “„Rassismus ist kein Werbegag“: Dokumentationsbroschüre zur Auseinandersetzung um den Film „Inside Asta“”


  1. 1 Chronik einer A… « gegenrechtekackscheisse Pingback am 15. November 2011 um 19:30 Uhr
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