Antonio Gramscis politische Pädagogik- Workshop 5. – 6. März 2011

„Antonio Gramscis politische Pädagogik“
(Workshop der Rosa Luxemburg Stiftung in Kooperation mit den GEW Studis)
05. – 06. März 2011
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Antonio Gramsci (1891-1937) war politischer Journalist, Aktivist der Turiner Rätebewegung und Mitbegründer der Kommunistischen Partei Italiens. 1926 wurde er von den italienischen Faschisten inhaftiert und verstarb nach 10 Jahren Haft an den Folgen der Gefangenschaft. Seine postum veröffentlichten Gefängnishefte nehmen heute den Rang eines politischen wie philosophischen Klassikers ein, sind aber auch Inspiration für Theorie und Praxis linker Bewegungen.

Von iualmunecar.blogia.com/

Der Workshop zielt nicht auf eine allgemeine Einführung in Gramscis Werk, vielmehr wird ein zentraler Aspekt seines Theoriegebäudes herausgegriffen: Die Bestimmung von Hegemonie als ein pädagogisches Verhältnis. Pädagogische Interaktionen lassen sich nicht auf die personelle ‘Erzieher-Zögling‘ Beziehung reduzieren, sondern sind als ein Strukturverhältnis auszumachen, das in Macht- und Herrschaftsbeziehungen eingelassen ist. So geht Gramsci davon aus, dass politisches Regieren in hegemonialen Gesellschaften notwendig in pädagogische Formen überführt wird; denn Zustimmung und Konsens setzen pädagogische Integration und Führung voraus. Zugleich ist die Zivilgesellschaft Terrain widerstreitender Weltsichten, Lebensentwürfe und Politiken, damit sind pädagogische Konzepte und Praxen immer auch zentrales Handlungsfeld einer emanzipatorischen Gegen-Hegemonie, in der die Überwindung der bestehenden gesellschaftlichen Verhältnisse angelegt ist.
Im Workshop sollen Passagen aus den Gefängnisheften studiert werden. In gemeinsamer Lesearbeit wird es dabei vor allem um die dialogische Aneignung der hegemonietheoretischen Kategorien und Denkansätze Gramscis gehen, hier insbesondere seiner Entwürfe zur pädagogisch vermittelten Binnenstruktur hegemonialer Herrschaft. Weiterhin soll in Form einer Ideenwerkstatt die Frage aufgegriffen werden, welchen Beitrag Gramscis Analysen für ein eingreifendes Verständnis gegenwärtiger Hegemonieprozesse leisten können. Wie sind etwa die Vielzahl von pädagogische Diskursen, Konzepten und Anrufungen, mit denen wir alltäglich konfrontiert sind, in herrschende Politiken und Regierungsweisen eingebunden? Welche Anknüpfungspunkte eröffnen Gramscis Kategorien für eine gegenhegemoniale politische Bildung, in der das pädagogische Verhältnis, statt auf die Festschreibung von Entmündigung, auf die Überwindung von Herrschaftsverhältnissen
ausgerichtet ist?

Ein Reader mit Textauszügen aus den Gefängnisheften und relevanter Sekundärliteratur wird bei Anmeldung zum Workshop zugestellt.

Anmeldungen bis zum 01.03.2011 bitte an: info@rls-hamburg.de
Kosten: 10 Euro/ ermäßigt 5 Euro
Workshopleitung: Andreas Merkens
Veranstaltungsort: Curio-Haus, Rothenbaumchaussee 15, 20148 Hamburg
Veranstalter: Rosa-Luxemburg-Stiftung Hamburg, in Kooperation mit den GEW-Studis (Hamburg).

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