PM: Der AStA der Uni Hamburg ignoriert die Kritik an seinem Image-Film und reagiert mit Zensur

PRESSEMITTEILUNG vom 09.02.2011


Der AStA der Uni Hamburg ignoriert die Kritik an seinem Image-Film und reagiert mit Zensur.

Hamburg, 12.02.2011: Die Studierenden in der GEW sind entsetzt über den vom AStA der Uni Hamburg produzierten Image-Film „Inside AStA”, der am 3. Februar im Kino Abaton uraufgeführt wurde und verurteilen die aktuellen Versuche des AStA, die Kritik zu zensieren, auf das Schärfste.

„Der Film hat alle Befürchtungen, die wir und andere bereits im Vorfeld artikuliert hatten, übertroffen“ erklärt Christian Galati, Student der Erziehungswissenschaft und Mitglied der GEW-Studis.

Es war schon vor der Premiere versucht worden, die Verantwortlichen im AStA, die den Film im Alleingang mit dem Regisseur Monty Arnold produziert hatten, davon zu überzeugen, dass dieser Film u.a. aufgrund der von ihm beförderten rassistischen Klischees nicht im Namen der Studierendenvertretung im Abaton aufgeführt werden sollte.

Die GEW-Studis begrüßen es daher ausdrücklich, dass ca. 150 kritische Studierende zu der Premiere des Films gekommen waren, um dort die Diskussion zu suchen und ihren Protest zu artikulieren.

„Der Film ist nicht nur schlecht gemacht, da er das erklärte Ziel, über die Arbeit der Studierendenvertretung zu informieren, in keinster Weise erfüllt. Stattdessen strotzt er nur so vor rassistischen und sexistischen Stereotypen. Vor dem Hintergrund der Kolonialgeschichte der Stadt und ins Besondere der Universität Hamburg bekommt das Ganze einen noch unangenehmeren Beigeschmack“, meint Nissar Gardi, ebenfalls aktiv bei den GEW-Studis.

Die gesamte Filmpremiere wurde – samt kritischer Diskussionsbeiträge vor und nach dem Film – von einem Kommilitonen gefilmt und bei der Video-Plattform YouTube eingestellt. Jeder konnte sich somit selbst ein Bild von dem AstA-Film und den vorgebrachten Kritiken machen.

Am Montag Abend (07.02.2011) wurden jedoch die Dokumentations-Videos auf Veranlassung des AStA der Uni Hamburg mit Verweis auf Urheberrechtsansprüche gesperrt und waren nicht mehr aufrufbar.

Florian Muhl, aktiv bei den GEW-Studis, dazu: „Dass der AStA nun auch noch mit juristischen Mitteln versucht, die Dokumentation der Uraufführung zu zensieren, ist ein Armutszeugnis und eines Allgemeinen Studierendenausschusses nicht würdig!“
Scheinbar entgegen dieser Praxis spricht sich der AStA in der auf seiner Homepage veröffentlichten Stellungnahme „Zum Thema Rassismus“ vom 8.2. scheinheilig für einen zensurfreien Diskurs aus und gibt im Weiteren vor, der Aufforderung nach einer öffentlichen Entschuldigung nachzukommen.

Wir lehnen diese Entschuldigung ausdrücklich ab, da sie sich nur an alle Menschen, bei denen dieser Film für Missverständnisse gesorgt hat richtet.

Es ist vollkommen irrelevant, ob der AStA den Film als nicht-rassistisch einordnet und meint, darin seien Vorurteile (nur) klar erkenntlich überspitzt und sterilisiert (SIC!) dargestellt worden.

Auch wenn der AStA den rassistischen, klassistischen und sexistischen Charakter der Darstellungen, der sich auch nicht mit der Ausflucht, dass er als Satire zu verstehen sei, abtun lässt, nicht beabsichtigt hat, steht der Film nunmehr für sich und spricht für sich selbst.

Es ist nun an der Zeit, dass sich der AStA mit dem Inhalt des Films auseinandersetzt und erkennt, dass er seinem Mandat nicht gerecht wird.

Für Rückfragen:
Nissar Gardi

Weitere Reaktionen:

- AG Queer Studies (15.02.11)
- Regenbogen AL (10.02.11)
- Bundes Jusos (09.02.11)

Inside AStA Pressemitteilung Rassismuskritik Stellungnahme Uni Hamburg