Informations- und Mobilisierungsveranstaltung gegen den größten Naziaufmarsch Europas in Dresden am 19. Februar 2011

Nazis blockieren – Extremismusquatsch und Opfermythen bekämpfen
Informations- und Mobilisierungsveranstaltung gegen den größten Naziaufmarsch Europas in Dresden am 19. Februar 2011

Eine kleine Sensation war es, als im Februar 2010 zum ersten Mal, Europas größter Naziaufmarsch in Dresden verhindert wurde. Den Naziaufmarsch zu verhindern gelang weil Antifa und zivilgesellschaftliche Kräfte nicht getrennt voneinander demonstrierten. So blockierten im letzten Jahr über 12.000 AntifaschistInnen und BürgerInnen gemeinsam den Naziaufmarsch.
Die Weichen dafür, dass das Zusammenspiel von zivilgesellschaftlichen Kräften und antifaschistischen Gruppen auch im Jahr 2011 Jahr klappt, wurden im Oktober auf der Aktionskonferenz der Bündnisse „No Parasan“ und „Nazifrei – Dresden stellt sich quer“ in Dresden gestellt. In der zum Abschluss der Konferenz beschlossenen Resolution heißt es: „Auch 2011 werden wir den Naziaufmarsch verhindern!“ Klar ist aber auch, dass Dresden kein Selbstläufer ist. Auch dieses Jahr braucht es eine Bündelung antifaschistischer Kräfte, um den Naziaufmarsch erneut zu stoppen, ihn dauerhaft unattraktiv zu machen und mittelfristig ganz zu beerdigen.

Dresden, Deutschland – alles Opfer ?!?
Aber es wurde auch deutlich, dass man sich in die Diskussionen um die Dresdner Gedenkkultur, Opfermythen und Geschichtspolitik einmischen muss, weil sich der sog. „Trauermarsch“ der Nazis nicht zufällig in den letzten Jahren zum größten Naziaufmarsch Europas entwickelt hat. So herrscht in Dresden ein groteskes Missverhältnis zwischen kaum vorhandenem Gedenken an Reichspogromnacht, Holocaust und Befreiung auf der einen Seite und der fast ausschließlichen Fixierung auf die Bombardierung und die eigene Opferidentität auf der anderen Seite. Somit ist eine bundesweite Antifa-Intervention nicht nur nötig, weil bundesweit Nazis am sog. „Trauermarsch“ teilnehmen, sondern weil Dresden ein prismatischer Punkt des konservativen Backslash des gesellschaftlichen Rechtsrucks in Deutschland ist. Dresden ist Musterbeispiel und Vorreiter der neuen deutschen Geschichts- und Gedenkpolitik, die fruchtbar gemacht wurde und wird für die Konstruktion eines neuen deutschen Nationalismus, der sich im Kosovo, Afghanistan und vielen anderen Gebieten immer aggressiver nach außen richtet und nach innen an der Normalisierung des Militärischen und der Militarisierung der Gesellschaft arbeitet.

Von Hufeisen und Extremismusquatsch
Dresden ist darüber hinaus ein Beispiel für eine verschärfte Anti-Extremismuspolitik die linke Politik delegitimieren und spalten soll. Mit den erfolgreichen Massenblockaden und der anschließenden, auch bundesweiten, Debatte um die Legitimität von Blockaden und zivilem Ungehorsam ist Dresden aber gleichzeitig aber auch ein Vorbild dafür, wie eine solche „Extremismuspolitik“ erfolgreich praktisch unterlaufen und zurückgedrängt werden kann.

2011 wird ein Schlüsseljahr, um den Naziaufmarsch zu knacken. Deswegen heißt es jetzt die Arbeit für eine Verhinderung des Naziaufmarsches im Februar 2011 aufzunehmen. Beteiligt euch an der lokalen Mobilisierung, organisiert mit uns die gemeinsame Anreise nach Dresden und seid Teil der Massenblockaden 2011. Die Latte ist hoch angelegt, doch auch in diesem nächsten Jahr muss es wieder heißen: „No Pasaran“ – Sie kommen nicht durch!!

MOBI-VERANSTALTUNG
Wann: Donnerstag 3. Februar, 18:00 Uhr,
Wo: Raum 106 in Von-Melle- Park 8 (Uni HH)

Organisator_innen: Avanti und GEW-Studis

Hier der komplette Aufruf zu den Blockaden vom bundesweiten Antifa-Bündnis „No pasaran“ als PDF

Von Bildung
Antifaschismus Dresden nazifrei! Veranstaltungen