GEW-Studis empfehlen: Aufruf zum Boykott des CHE-Hochschulrankings

„Aufruf zum Boykott des CHE-Hochschulrankings

In den letzten Tagen haben einige Studierende einen Brief von der Universität Hamburg erhalten, in dem sie gebeten werden, online an der Bewertung ihrer Uni für das Hochschulranking des Centrums für Hochschulentwicklung (CHE) teilzunehmen.

Das CHE-Hochschulranking wird jedes Jahr in der ZEIT veröffentlicht. Es gibt sich den Anschein als würde es ähnlich einer Art „Stiftung Warentest“ das Angebot der einzelnen Hochschulen kritisch prüfen und so die angehenden Studierenden mit Kriterien für ihre Hochschulwahl versorgen. Klingt erst einmal ganz harmlos, aber in Wahrheit stecken ganz andere Absichten dahinter……“

Weiter geht’s auf der Internetseite des Fachschaftsrat Erziehungswissenschaft (Uni HH)

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Wichtig ist bei der Auseinandersetzung um Privatisierung der öffentlichen Bildungsintuitionen (und dies wird auch bei einigen Gewerkschaftlichen Debatten, wie z.B. in den „Privatisierungsreports“ der GEW vernachlässigt), dass zwar Einzelne Akteure, wie z.B. der Bertelsmann Konzern diese vorantreiben weil sie davon massiv profitieren, jedoch dies nicht abgetrennt von der spezifischen Gesellschaftsform in der wir leben gesehen werden kann. Die alleinige Fokussierung auf einzelne Unternehmen, birgt die Gefahr, dass das „große Ganze“ außer acht zu lassen wird. So ist es verkürzt einzelne Kapitalist_innen in eine moralische Pflicht zu nehmen, oder sie als „gierig“ zu tadeln. Denn sie haben nichts Falsches (im Falschen ) gemacht, sondern nur nach der Logik des kapitalistischen Systems gehandelt.

Gerade in Zeiten der sog. Finanzkrise ist drauf hinzuweisen, dass es keine bösen Banken oder das böse Finanzkapital und die guten (deutschen) Unternehmen gibt, die unschuldig darunter leiden. Denn diese gern gemachte Zweiteilung öffnet die Tür für eine verkürzte Kapitalismuskritik, die dazu neigt, Kapitalismus zu personalisieren oder auf die Finanzwirtschaft zu reduzieren. Zu erinnern wäre in diesem Zusammenhang an das nationalsozialistische Bild vom „raffenden“ und „schaffenden“ Kapital mit seinem antisemitischen Hintergrund.

Natürlich finden wir, dass es Gewerkschaften es weiter darum gehen muss, weiterhin ganz traditionell die Arbeits- und Lebensbedingungen der Menschen zu verbessern und diese gegen die Interessen von Unternehmen durchzusetzen. Aber die Beschränkung auf „gute“ Lohnarbeit und Kritik an Unternehmen, verhindert die Entwicklung einer immer noch anzustrebenden Alternative jenseits von Lohnarbeit und Kapitalismus. Eine Gesellschaft, zu der „jeder nach seinen Fähigkeiten“ beiträgt, und „jedem nach seinen Bedürfnissen“ geschieht (Marx).

Don´t hate the players, hate the game
Kapitalismuskritik statt Kapitalist_innenkritik

PS: Um das noch besser zu verstehen empfelen wir euch den Artikel „Über die Funktionalisierung der Wissenschaft für die Staats- und Geldmacht“ zu lesen, in dem es um das Universitäts-Recht von „Freiheit von Forschung“ und die Funktion in der bürgerlichen Gesellschaft geht.

PPS: Zu dier Thematik Kapitalismus-Kritik in Gewerkschaften haben wir uns in Zusammenarbeitet mit der Gewerkschaftlichen Hochschulgruppe (GsHg) bereits in einem kritischen Aufruf zur Demo „Finanzcasino schließen“ am 12.02.09 geäußert.

Von Bildung