Infoveranstaltung zur Schulreform

Info- und Diskussionsveranstaltung zur schwarz-grünen Schulreform

Spätestens am 18.7.2010 können die wahlberechtigten Hamburger_innen in einem Volksentscheid darüber entscheiden, ob Schulkinder in Zukunft länger gemeinsamem lernen, oder ob sie (nach dem Willen der Initiative „Wir wollen lernen“) weiterhin nach der vierten Klasse auf Sonder- Haupt- Realschule oder Gymnasium verteilt werden.

Es ist seit Jahrzehnten bekannt, dass das derzeitige deutsche Schulsystem eben wegen seiner Mehrgliedrigkeit das Selektivste in den sog. westlichen Industrieländern ist. So hat die PISA- Studie belegt, dass die Wahrscheinlichkeit eine Empfehlung für das Gymnasium zu bekommen, für ein Akademikerkind in Deutschland etwa siebenmal so hoch wie jene eines Facharbeiterkindes ist. Auch haben wissenschaftliche Studien belegen, dass längeres gemeinsames Lernen, wie es in vielen anderen Ländern bereits erfolgreich umgesetzt wird, leistungsstärkere Schüler_innen nicht einschränkt und gleichzeitig aber Leistungsschwächere mehr fördert.

Deswegen ist es auch nicht verwunderlich, dass fast alle, die sich in Hamburg mit Schule und Bildung beschäftigen, die schwarz-grüne Schulreform unterstützen. So haben die Vertretungen derjenigen, die direkt mit Schule befassten wie Elternkammer, die Lehrer_innenkammer, die Schüler_innenkammer, diverse Elternräte, und Kreiselternräte (KER) aber auch die beiden Gewerkschaften, die an Hamburgs Schulen vertreten sind (GEW und ver.di) für die Schulreform gestimmt.

Trotzt alle dem haben die Schulreformgegner_innen mit ihrer Initiative „Wir wollen [nicht mit Arbeiterkindern] lernen“ es geschafft viele Hamburger_innen auf ihre Seite zu ziehen, und ende 2008 mehr als das Doppelte der erforderlichen Unterschriften (21.000 anstatt der gesetzlich Zahl von 10.000) für die Zulassung des derzeitigen Volksentscheid zu sammeln. Die Kritik, es währe nur das reiche Bürgertum aus den Elbvororten welches die (Bildungs-)Privilegien ihrer Kinder verteidigen wolle, greift somit kurz!

Deswegen wollen wir am 10. Juni mit dem Vorsitzenden der Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft (GEW) u.a. darüber diskutieren warum es so einen starken Widerstand gegen die geplante Schulreform gibt. Welche Ängste Eltern von Schulkindern dazu bewegt gegen ein längeres gemeinsames Lernen zu sein, warum man auch als „Linker“ mit der schwarz-grünen Schulreform unzufrieden sein könnte, und warum man trotzdem für diese Reform stimmen sollte.


Info- und Diskussionsveranstaltung zur Schulreform:
Wann: Do. 10. Juni, 19:00 Uhr
Wo: Von-Melle-Park 8 Raum 206

Organisiert von den GEW-Studis