Veranstaltungs-Tipp: „Schöne neue Bildung?“

„Schöne neue Bildung?“ – Konferenz zur kritischen Reflexion der gegenwärtigen Hochschulgestaltung und zur Entwicklung emanzipatorischer Alternativen

Europa soll – so will es die viel zitierte Lissabon-Strategie der EU – bis zum Jahr 2010 „zur wettbewerbsstärksten und dynamischsten wissensbasierten Ökonomie der Welt”[1] gerüstet werden. Der damit einhergehende ökonomische Strukturwandel, der bereits im letzten Drittel des 20. Jahrhunderts eingeleitet wurde, brachte eine grundlegende Umgestaltung des gesamten öffentlichen Sektors mit sich. Einbezogen sind darin auch und gerade die Einrichtungen des Bildungswesens und in besonderem Maße die Universitäten. Soweit es die Universitäten betrifft, soll die beabsichtigte Strukturreform in Richtung ‚Wissensgesellschaft’ in diesem Jahr, mit dem Ende des Bologna-Prozesses, formal abgeschlossen werden.

Die Anforderung, die mit der Strukturreform an die Universitäten gerichtet wird, besagt, dass diese sich auf die Mechanismen kapitalistischer Konkurrenz einzustellen und entsprechend nach einzelbetrieblichen Management-Prämissen umzustrukturieren haben. Betont wird die ökonomische Rolle der Universitäten im internationalen Wettbewerb. Dass Universitäten jedoch auch darüber hinaus gehende, vielleicht sogar noch ganz andere Funktionen und Bedeutungen haben könnten und sollten, wird dagegen kaum artikuliert.

Dieser Sachverhalt wirft verstärkt Fragen genau hiernach auf: Welche gesellschaftliche Rolle soll und kann die Universität in Zukunft spielen? Ist die Aufgabe der Universität, „ihre Kräfte für die Gestaltung einer humanen, toleranten und friedlichen Welt einzusetzen“,[2] in Zeiten des Neoliberalismus obsolet geworden?

Europaweit organisieren Mitglieder der Universitäten Widerstand gegen die dominante Ausrichtung von Forschung, Lehre und Studium auf ökonomische Konkurrenz und marktförmige Verwertbarkeit. In der öffentlichen Rezeption dieses Widerstands wurden die Proteste jedoch auf reformierbare Einzelaspekte, wie z.B. die hohe Prüfungsdichte, reduziert. Diese sind aber nur Symptome und nicht Ursache des zu kritisierenden Sachverhalts.

Mittels kritischer Reflexion der vorgesehenen und der wünschenswerten Gestaltung der Universität wollen wir Alternativen einer Universität im 21. Jahrhundert ausloten, die friedlich, fortschrittlich und emanzipatorisch sind. Wir laden hiermit alle Interessierten zur Teilnahme ein!

Hier das Programmheft als PDF und noch mehr Infos gibt’s auf: www.schoene-neue-bildung.de


1 Antwort auf “Veranstaltungs-Tipp: „Schöne neue Bildung?“”


  1. 1 SaZ 28. Mai 2010 um 20:09 Uhr

    Was gibt es an der guten alten Schule auszusetzen? Eine grundlegende Kritik an der Institution Schule und ihrer Funktion im Kapitalismus steht in „Nie wieder (Schul-)klassen!“.

    http://strassenauszucker.blogsport.de/2009/04/20/nie-wieder-schul-klassen/

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