Heraus zum 5. Juni!


Schulverbesserer-Parade
für längeres gemeinsames Lernen in der Primarschule


Am 18.7.2010 entscheiden die Hamburger_innen in einem Volksentscheid, ob unsere Kinder in Zukunft länger gemeinsamem Lernen oder ob – nach dem Willen der Bildungselitären Initiative „Wir wollen [nicht mit Arbeiterkindern] lernen“- weiterhin nach der vierten Klasse frühzeitig selektiert werden.

Seit Jahrzehnten ist bekannt, dass das derzeitige deutsche Schulsystem eben wegen seiner Mehrgliedrigkeit das Selektivste in den sog. westlichen Industrieländern ist. Bereits die PISA-Studien haben belegt, dass die Wahrscheinlichkeit eine Empfehlung für das Gymnasium zu bekommen, für ein Akademikerkind in Deutschland etwa siebenmal so hoch wie jene eines Facharbeiterkindes ist. Das bedeutet konkret, dass der Bildungserfolg eines Kindes maßgeblich von seiner Herkunft abhängt. Auch der UN-Sonderberichterstatter für das Menschenrecht auf Bildung, Vernor Muñoz stellte 2007 fest, dass die frühe Selektion im deutschen Schulsystem sowieso schon benachteiligte Kinder doppelt benachteiligt: Kinder aus sozial schlechter gestellten Schichten, Kinder mit sog. Migrationshintergrund und Kinder mit sog. Behinderungen werden systematisch benachteiligt und diskriminiert.

Wissenschaftliche Studien belegen, dass längeres gemeinsames Lernen, wie es in vielen anderen Ländern bereits erfolgreich umgesetzt wird, die leistungsstärkeren Schülerinnen und Schüler nicht einschränkt und gleichzeitig aber Leistungsschwächere mehr gefördert werden. Alle Schülerinnen und Schüler profitieren also von der geplanten Schulreform.

Für uns als junge Lehrer_innen, Studierende und Beschäftigte in pädagogischen Einrichtungen ist klar: auch wenn 6 Jahre nur ein kleiner Schritt zu längerem Lernen sind, so ist es in der derzeitigen Situation absolut nötig, für die Primarschule und gegen die Scheuerl-Initiative zu stimmen. Denn das schwarz-grünen Reförmchen ist ein – wenn auch unzureichender – Schritt in die richtige Richtung um das viergliedrige Schulsystem als historisch überholtes deutsches Unikat zu überwinden.

Zudem kommt dem Volksentscheid bundespolitisch eine große Bedeutung zu: Denn sollte der (Schul)Klassenkampf von der elitären „Wir wollen lernen“ Initiative Erfolg haben, dann sind Bildungsungerechtigkeit für die nächsten Jahre und damit eine Privilegiensicherung für eine bestimmte Gruppe festgeschrieben!

Schulverbessererparade Für längeres gemeinsames Lernen in der Primarschule!
Samstag, 5. Juni 2010 Auftakt 12:00 Moorweide

Info- und Diskussionsveranstaltung zur Schulreform: 10. Juni, 19:00 Uhr im Von-Melle-Park 8 Raum 206