Archiv für November 2008

Wokrshop: Perspektiven studentischer Gewerkschaftsarbeit

„Die derzeitige, sich teils in Planung und teils bereits in Durchführung begriffene Umstrukturierung der Universitäten unterscheidet sich von früheren Reformversuchen durch die Radikalität der Veränderung. Und zwar dadurch, daß das gesamte Verhältnis von Staat, Gesellschaft und Universität sowie die Rolle von Wissenschaft und Bildung fundamental neu definiert werden.“ (Aus: Bewusstseinsdesign im Namen der Exzellenz – Wie man durch die Umstrukturierung der Universitäten das gesellschaftspolitische Bewusstsein der nächsten Generationen plant“. auf)

Im Rahmen des „Dies Academicus“ an der Fakultät Erziehungswissenschaft, Psychologie und Bewegungswissenschaft“ bieten wir einen Workshop zum Thema „Situation und Perspektiven studentischer Gewerkschaftsarbeit“ an. Zur Diskussion in diesem Rahmen sind Interessierte aller Fakultäten herzlich eingeladen.

Do., 11.12. 14:00 – 16:00 Uhr Ort: siehe Aushang

Organisiert von Ver.di und GEW – Studis

PS: Um die Diskussion zu „unterfüttern“ empfehlen wir den Artikel „Mitglied werden/werben lohnt nicht! – Gewerkschaftliche Studierendenarbeit in Zeiten des organisierten Rückzugs durch den DGB“ von Lars Mörking. Zu finden auf S. 35 der Broschüre „Der Ökonomisierung entgegentreten – Beiträge zur Entwicklung gewerkschaftlicher Gegenstrategien an Hochschulen“

„Maulkorb-Politik wird fortgesetzt“

Folgende PE gaben wir heute nachmittag heraus:

Am 12.11. fand eine Personalversammlung des Technischen, Verwaltungs- und Bibliothekspersonals der Universität Hamburg statt. Dort wurde über die umstrittenen Pläne des Hamburger Senats zur Verlagerung der Universität auf den Kleinen Grasbrook diskutiert. Eine GEW-Kollegin kritisierte die oberste Universitätsleitung für ihre öffentliche Befürwortung der Verlagerungspläne. Mitten in dem Redebeitrag verließ die Kanzlerin der Universität Katrin Vernau demonstrativ den Veranstaltungsort.

Am folgenden Tag sandte sie an den Personalratsvorsitzenden und zur Kenntnis zahlreicher Angestellter der Universität einen Drohbrief. Darin heißt es: „Allerdings bin ich nicht bereit an Personalversammlungen teilzunehmen, die sich als Foren für Parteipolitik entpuppen. Der Austausch parteipolitischer Statements oder die Einordnung der Politik des Hamburger Senats ist nach meinem Verständnis nicht Sinn und Zweck einer Personalversammlung. Insofern bitte ich Sie um Verständnis dafür, dass ich Ihre Versammlung vorzeitig verlassen habe. Ich hoffe, dass dieses in Zukunft nicht wieder erforderlich sein wird.“

Es ist sehr wohl Sinn und Zweck einer Personalversammlung, dass sich die Mitarbeiter mit Zielsetzungen und Methoden des Arbeitgebers – in diesem Fall der Freien und Hansestadt Hamburg – kritisch auseinandersetzen. Die Äußerungen von Frau Vernau zeugen von einem tiefen Unverständnis für die rechtsstaatliche Bedeutung von betrieblicher Mitbestimmung und gewerkschaftlicher Interessenvertretung. Darüber hinaus bestreitet die Kanzlerin das Grundrecht auf freie Meinungsäußerung. Sie fordert, dass die Universität Hamburg ein apolitischer Raum sein soll. Die Universität Hamburg hat aber bewusst in ihrem Leitbild den Anspruch formuliert: „Für alle Menschen will sie [die Universität] ein Ort lebenslangen Lernens sein und ein öffentlicher Raum der kulturellen, sozialen und politischen Auseinandersetzung.“ Dabei handelt es sich auch um eine Schlussfolgerung aus der mangelnden Resistenz der unpolitischen Universität vor 1933 gegen den aufziehenden Faschismus.

Die Universitätskanzlerin ist hingegen in kindischer Weise geschichtsvergessen und konfliktunfähig. Darum wird erneut versucht, kritische Äußerungen aus der Universität durch einen „Maulkorb“ zu unterbinden und das Uni-Personal und seine Interessenvertretung einzuschüchtern. Die Kanzlerin und die Uni-Präsidentin agieren selber in höchstem Maße politisch, da sie die Vorgaben des CDU-Senates versuchen, rücksichtslos gegen begründete Kritik aus der Universität durchzudrücken. Wer so undemokratisch gestrickt ist, darf keine demokratische Einrichtung leiten und muss zurücktreten.

Schulstreik in Hamburg – Demo am 12.11.08

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Es tut sich etwas an Hamburgs Schulen. Im Rahmen eines bundesweiten Schulstreiks rufen auch in Hamburg SchülerInnen dazu auf, die Schule dicht zu machen und auf die Straße zu gehen. Am 12.11. startet um 10 Uhr am Hauptbahnhof eine Demonstration durch die Innenstadt. Der Grund für den Schulstreik ist der miserable Zustand des Bildungssystems. Überfüllte Klassen, schlechte
Ausstattung, überarbeitete und -forderte LehrerInnen, hoher Stress für die SchülerInnen bereits in der Unterstufe – an den meisten Schulen in Deutschland prägt ein solches Bild den Schulalltag. Dazu kommt die verschärfte soziale Selektivität durch das mehrgliedrige Schulsystem und Bildungsgebühren.
Die Entwicklung an den Schulen vollzieht sich analog zu dem was auch an den Universitäten geschieht: Erhöhte Arbeitsbelastung, weniger Mitbestimmung, Gebühren, verstärkter Einfluss der Wirtschaft und ein Verständnis von Bildungseinrichtungen als Unternehmen, die in Konkurrenz zueinander stehen. Wir wollen uns all das nicht gefallen lassen! Weg mit den Studiengebühren, für ein selbstbestimmtes Studium!

Die Forderungen (mehr auf www.bildungsstreik-hamburg.de) :
* Kostenlose Bildung für alle
* Bessere Ausstattung der Schulen – kostenlose Lehrmaterialien
* Nein zum Superstress: weg mit dem 12-jährigen Abitur
* Jedem einen Ausbildungs- bzw. Studienplatz
* Verkleinerung der Klassen auf maximal 20 SchülerInnen
* Demokratisierung der Schulen
* Alternative Unterrichtsformen aufbauen
* Unternehmen raus aus den Schulen
* Weg mit dem dreigliedrigen Schulsystem – eine Schule für alle
* Abschaffung der Noten

Wir erklären uns solidarisch mit den Forderungen der SchülerInnen – ihr Kampf ist auch unser Kampf!
Deshalb rufen wir auf: Beteiligt euch an der Demo am 12.11.!
Wir gehen von der Uni los und schließen uns der SchülerInnen-Demo an.
Treffpunkt: 10 Uhr @ Audimax

Aufrufer:
- Regenbogen / AL: www.allchangeplease.blogsport.de
- GEW-Studierendengruppe: www.gewstudis.blogsport.de