Wir möchten herzlich zu den Veranstaltungen, die in den nächsten Wochen in der Reihe „Bildung & Kapitalismus“ stattfinden werden, einladen. Organisiert werden die Veranstaltungen von Avanti, den GEW-Studis, Noya und dem BUKO.
- Bildungsstreik: Geil oder scheiße?, mit Florian Wilde (Interventionistische Linke); Mi. 08.04.2009, 19h // Ort: Centro Sociale
- Emanzipation und Bildung: Was heisst Politische Bildung von unten?, mit Prof. Dr. Bernhard Claußen (Uni Hamburg), Di. 21.04.2009, 18h // Uni Hamburg // VMP 8, R105
- Reproduktion von Rassismus im Bildungssystem, mit Dr. Andreas Hieronymus (Geschäftsführer Institut für Migration und Rassismusforschung, Hamburg); Do. 19. Mai, 18h // Ort: Centro Sociale
Weitere Infos und Dokumentation der ersten beiden Veranstaltungen der Reihe: www.bildungsactionhh.wordpress.com
oder auf dem Flyer (Klick auf das Bild öffnet das zweiseitige PDF-Dokument):
Am 28.03.2009 gab es in Berlin (ca. 25.000 Menschen) und Frankfurt/ Main (ca. 20.000 Menschen) – wie international in vielen weiteren Städten – zwei Großdemonstrationen zu den Unsäglichkeiten der momentanen Weltlage.
Der Platz vor dem Roten Rathaus in Berlin füllte sich ab 11:00 Uhr, während von einer großen Bühne die Organisatoren – Interventionistische Linke, Attac und Gewerkschaften etc. – die bunte Vielfalt auf die kommenden Stunden einschwor. In verschiedenen Redebeiträgen wurde daran erinnert, dass am 28. März zeitgleich eine Großdemonstration gegen das G20-Treffen in London – siehe http://london.indymedia.org.uk/ – stattfand und es in zahlreichen weitern Ländern Proteste gegen die Abwälzung der Krisenlasten auf die Bevölkerung gab.
Unter dem Motto „Wir zahlen nicht für eure Krise!“ versammelten sich Linke aus den verschiedensten Traditionen, Kulturen und Strategien um gemeinsam ihren Unmut auszudrücken. Das freie Fluten des antikapitalistischen Blocks am Kopf der Demo symbolisierte diese Offenheit auch in Form einer offenen Demostruktur, die jedoch zugleich bei Angriffen ein Problem hätte sein können. Doch dazu kam es nicht.
Bemerkenswert aus gewerkschaftlicher Sicht war der Redebeitrag Bernd Riexingers (IG Metall, Bezirk Stuttgart), der bereits in einem Interview in Junge Welt vom 28.03. sagte: „Meiner Meinung nach müssen wir den Generalstreik in Deutschland etappenweise vorbereiten“. In seinem Redebeitrag hieß es zudem: „Für uns sind die Demonstrationen der Beginn einer Protestwelle.“
Auffallend war, dass die Demo sehr jung war: Von wegen unpolitische Jugend! So hat sich beispielsweise die verdi.Jugend mit ihren 8 Thesen zur Krise explizit kapitalismuskritisch zu Wort gemeldet: siehe http://jugend.verdi.de/service/presse/hintergrund-informationen.

Infos und Fotos/Videos:
- http://de.indymedia.org
- http://www.dazwischengehen.org
Donnerstag 12.02.2009 um 16:30 Uhr (Besenbinderhof)
Abschlusskundgebung um 18:00 Uhr auf dem Gänsemarkt
Don´t hate the players, hate the game
Kapitalismuskritik statt Kapitalist_innenkritik
„Das Finanzkapital beschleunigt zwar diese Prozesse ebenso wie die Globalisierung, ist darin aber nur Teil einer kapitalistischen Gesamtdynamik, die eine immer gewaltigere Zerstörungskraft entwickelt und immer mehr Menschen ins Abseits drängt.“
(aus: Mensch, denk weiter, http://www.labournet.de)
Die momentane Krise zeigt an, dass das gesamte kapitalistische Weltsystem auf einer krisenhaften Basis aufbaut und nicht nur das Finanzkapital. Die Idee, es sei alles gut, wenn die Finanzwirtschaft reguliert sei, ist ein Trugschluss und kommt eher einem Placebo nahe. Dabei bleiben die faktischen Möglichkeiten einer wirksamen Regulierung umstritten. Weshalb wir – die neu gegründete Gewerkschaftliche Hochschulgruppe – es wichtig finden, dass die Gewerkschaften und sozialen Bewegungen an dem Punkt der Regulierung nicht stehen bleiben. Die Kritik am neoliberalen Kapitalismus darf nicht auf die Finanzmärkte reduziert werden. Die sogenannte „Realwirtschaft“ und der „Finanzkapitalismus“ sind real nicht voneinander trennbar.
[…]
Machen wir aus der Krise innerhalb des kapitalistischen Systems eine Krise des Kapitalismus!
Wir brauchen ein Wirtschafts- und Gesellschaftssystem, das sich an den Bedürfnissen der Menschen orientiert und nicht an der Profitmaximierung!
(aus dem Demo-Aufruf der Gewerkschaftlichen Hochschulgruppe)
Wir sind gewerkschaftlich aktive Studierende an Hamburger Hochschulen. Ende 2008 wurde die Gruppe von den DGB-Einzelgewerkschaftsgruppen und neuen Aktiven gegründet, um wieder stärker in und außerhalb der Hochschulen zu intervenieren.
Nächste Treffen:
17.02.09 Curiohaus, Rothenbaumchaussee 15, 16.00 Uhr
11.03.09 Curiohaus, Rothenbaumchaussee 15 ,18.00 Uhr
Vorläufiger Kontakt:
studis[ät]gew-hamburg.de, studierende-verdi[ät]web.de
Erster Warnstreik im öffentlichen Dienst
Wir solidarisieren uns mit den streikenden Beschäftigten der Hamburger Hochschulen. Denn auch wir Studierende sind oft Beschäftigte an den Hochschulen, und viele davon ohne Tarifvertrag. Auch die Forderung nach gleicher Bezahlung für Leiharbeitnehmerlnnen ist ein guter und wichtiger Schritt. Denn insbesondere Studierende mit einem Bachelorabschluss erwartet nach dem Studium nur noch eine Anstellung als Leiharbeitnehmerln. Dieses bedeutet im Zeitalter der „Generation Praktikum“ eine weitere Gefahr der Prekarisierung auch von akademischen Beschäftigten.
--> download Flugblatt der ver.di-Studierendengruppe

(für mehr Fotos auf das Bild klicken)
„Lernverhältnisse im High-Tech-Kapitalismus. Zwischen Selbstaktivierung und der Organisation von Ungleichheit.“
mit Christina Kaindl (Berlin)
Di. 10.02.2009, 19:30 Uhr, Centro Sociale
(Sternstraße 2, www.centrosociale.de)
Eine Veranstaltung aus der Reihe „BILDUNG & KAPITALISMUS“
Veranstaltet von Avanti-Hamburg (www.avanti-projekt.de) und den GEW-Studis (http://gewstudis.blogsport.de)
Die aktuellen Debatten und die institutionellen Veränderungen von Lern- und Bildungsprozessen an Schulen und Hochschulen hängen mit der neoliberalen Restrukturierung des Kapitalismus eng zusammen. In der Auseinandersetzung um Bildung und Lernen treffen sich nämlich mindestens drei zentrale Stränge der Umwälzung der neuen Produktionsweise des High-Tech-Kapitalismus:
1.) Die Umgestaltung des Bildungssystems und der Bildungsverfasstheit nach Maßgabe des verschlankten ‚aktivierenden Staates’,
2.) die Umgestaltung der Bildungsinhalte nach Anforderungen des High-Tech-Kapitalismus und
3.) die Umarbeitung der Lebens- und Verhaltensweisen als dauernde Bereitschaft zum (lebenslangen) Lernen, was eine quasi verallgemeinerte Lernhaltung meint.
Klaus Holzkamp hat bereits 1973 in seinem Buch Sinnliche Erkenntnis den Benotungsstandpunkt der Lehrer_innen in der Schule mit dem Verwertungsstandpunkt des Kapitals in Zusammenhang gebracht. Die Schule bereitet auch auf die Subjektanforderungen der – damals fordistischen – Arbeitsorganisation vor. Sie organisiert die scheinbar gerechte Zuweisung unterschiedlicher Lebenschancen und Berufslaufbahnen. Es wird zu fragen sein, wie sich diese Anforderungen im Neoliberalismus gewandelt haben. In “Lernen. Subjektwissenschaftliche Grundlegung.” (1993) analysiert Holzkamp zudem, wie sowohl die traditionellen Lerntheorien als auch das Lernverständnis der Schule Lernen nicht als aktive Handlung der Lernsubjekte fassen, sondern als „Lehr-Lern-Kurzschluss“, als automatisches Nebenprodukt des Setzens von Lehrzielen.
In der zweiten Veranstaltung der Reihe “Bildung und Kapitalismus” möchten wir gemeinsam mit Christina Kaindl theoretische Werkzeuge der Subjektwissenschaft nach Klaus Holzkamp und ergänzender Ansätze vorstellen und diskutieren. Diese scheinen geeignet, aktuelle Lernsituationen in ihrer oft widersprüchlichen Verfasstheit nach verhindernden und befördernden Momenten zu unterscheiden. Gemeinsam mit dem Publikum möchten wir darüber hinaus die Möglichkeiten für widerständige Praktiken ausloten, die sich aus diesen Umstrukturierungen ergeben könnten.
Alle Infos: http://bildungsactionhh.wordpress.com
Die Veranstaltungsreihe “Bildung im Kapitalismus” dauert vom 29.1.2009 bis zum 1.6.2009 und wird von Avanti-Hamburg und den GEW-Studies organisiert. Die Auftaktveranstaltung findet am Do. 29.01.09 um 18h im Centro Sociale (Sternstraße 2) statt.

Schule macht (so gut wie) niemandem Spaß: Rumsitzen, auswendig lernen, Arbeiten schreiben, sitzen bleiben. Für viele Schülerinnen und Schüler bedeutet Schule hauptsächlich Stress, Überforderung und Zeitverschwendung – aber angeblich soll ja wenigstens was ‚für‘s Leben‘ bei rauskommen. Im November 2008 gab es bereits einen bundesweiten Schulstreik an dem sich sehr viele Schülerinnen und Schüler beteiligt und ihren Unmut über das bestehende Schulwesen auf die Strasse getragen haben.
Warum wir nicht für‘s leben sondern für unsere Verwertung auf dem Arbeitsmarkt lernen, ob alternative Schulformen was ändern würden und wie und wogegen Widerstand an den Schulen laufen kann, wollen wir gemeinsam diskutieren.
Gemeinsam kämpfen!
Manchen mag es überraschen, aber aus gut unterrichteten Kreisen wissen wir, dass auch viele Lehrerinnen und Lehrer nicht einverstanden sind mit der Rolle, welche die Schule und damit auch Sie in der Gesellschaft einnehmen. Deshalb wollen wir an diesem Abend gemeinsam mit Schüler_innen, Lehrer_innen und Studierenden diskutieren.

Am 20.12. sollte ab 14:00 eine Demonstration vom Campus der Uni Hamburg zum Hauptbahnhof stattfinden. Um 17:00 sollte eine Kundgebung unter dem Motto „Solidarität mit den Schülern, Studierenden und GewerkschafterInnen in Griechenland“ vor dem griechischen Konsulat am Gänsemarkt folgen. Zu der Protestkundgebung riefen die Hochschulgruppen Die Linke.SDS, Regenbogen/Alternative Linke und die GEW-Studierendengruppe auf. Die Aufruftexte zu den Veranstaltungen finden sich hier.
Schon im Vorfeld war deutlich worden, dass die Versammlungsbehörde am Liebsten beide Veranstaltungen verhindern würde. (siehe den Blog von Regebogen/AL) Innensenator Ahlhaus ließ sich im Abendblatt vom 20.12. wie folgt zitieren:
„Ich kann sehr gut verstehen, dass die Menschen genervt sind, wenn 1000 gewaltbereite Autonome durch die Innenstadt ziehen. Ich würde die Demonstration am liebsten auch ganz verbieten, aber es geht leider nicht. Das Grundgesetz schiebt uns einen Riegel vor.“ …Versammlungsfreiheit vs. Shoppingfreiheit also.
Dass die Demonstration kurz nach dem Dammtor-Bahnhof auf Höhe der Esplanade mit der fadenscheinigen Begründung, es hätten sich einzelne DemonstrationsteilnehmerInnen vermummt, mit mehreren Wasserwerfern fast eine Stunde aufgehalten wurde und schlussendlich aufgelöst wurde, verwunderte daher nicht wirklich…
Fotos von der Demo finden sicher hier.
Anlässlich der skandalösen Einschränkung der Versammlungsfreiheit haben Die Linke.SDS, Regenbogen/AL und wir, die GEW-Studierendengruppe, folgende Presseerklärung herausgegeben:
PE – Versammlungsfreiheit aufgestoppt!
Folgende PE gaben wir heute nachmittag heraus:
Am 12.11. fand eine Personalversammlung des Technischen, Verwaltungs- und Bibliothekspersonals der Universität Hamburg statt. Dort wurde über die umstrittenen Pläne des Hamburger Senats zur Verlagerung der Universität auf den Kleinen Grasbrook diskutiert. Eine GEW-Kollegin kritisierte die oberste Universitätsleitung für ihre öffentliche Befürwortung der Verlagerungspläne. Mitten in dem Redebeitrag verließ die Kanzlerin der Universität Katrin Vernau demonstrativ den Veranstaltungsort.
Am folgenden Tag sandte sie an den Personalratsvorsitzenden und zur Kenntnis zahlreicher Angestellter der Universität einen Drohbrief. Darin heißt es: „Allerdings bin ich nicht bereit an Personalversammlungen teilzunehmen, die sich als Foren für Parteipolitik entpuppen. Der Austausch parteipolitischer Statements oder die Einordnung der Politik des Hamburger Senats ist nach meinem Verständnis nicht Sinn und Zweck einer Personalversammlung. Insofern bitte ich Sie um Verständnis dafür, dass ich Ihre Versammlung vorzeitig verlassen habe. Ich hoffe, dass dieses in Zukunft nicht wieder erforderlich sein wird.“
Es ist sehr wohl Sinn und Zweck einer Personalversammlung, dass sich die Mitarbeiter mit Zielsetzungen und Methoden des Arbeitgebers – in diesem Fall der Freien und Hansestadt Hamburg – kritisch auseinandersetzen. Die Äußerungen von Frau Vernau zeugen von einem tiefen Unverständnis für die rechtsstaatliche Bedeutung von betrieblicher Mitbestimmung und gewerkschaftlicher Interessenvertretung. Darüber hinaus bestreitet die Kanzlerin das Grundrecht auf freie Meinungsäußerung. Sie fordert, dass die Universität Hamburg ein apolitischer Raum sein soll. Die Universität Hamburg hat aber bewusst in ihrem Leitbild den Anspruch formuliert: „Für alle Menschen will sie [die Universität] ein Ort lebenslangen Lernens sein und ein öffentlicher Raum der kulturellen, sozialen und politischen Auseinandersetzung.“ Dabei handelt es sich auch um eine Schlussfolgerung aus der mangelnden Resistenz der unpolitischen Universität vor 1933 gegen den aufziehenden Faschismus.
Die Universitätskanzlerin ist hingegen in kindischer Weise geschichtsvergessen und konfliktunfähig. Darum wird erneut versucht, kritische Äußerungen aus der Universität durch einen „Maulkorb“ zu unterbinden und das Uni-Personal und seine Interessenvertretung einzuschüchtern. Die Kanzlerin und die Uni-Präsidentin agieren selber in höchstem Maße politisch, da sie die Vorgaben des CDU-Senates versuchen, rücksichtslos gegen begründete Kritik aus der Universität durchzudrücken. Wer so undemokratisch gestrickt ist, darf keine demokratische Einrichtung leiten und muss zurücktreten.
--> download Flyer
Es tut sich etwas an Hamburgs Schulen. Im Rahmen eines bundesweiten Schulstreiks rufen auch in Hamburg SchülerInnen dazu auf, die Schule dicht zu machen und auf die Straße zu gehen. Am 12.11. startet um 10 Uhr am Hauptbahnhof eine Demonstration durch die Innenstadt. Der Grund für den Schulstreik ist der miserable Zustand des Bildungssystems. Überfüllte Klassen, schlechte
Ausstattung, überarbeitete und -forderte LehrerInnen, hoher Stress für die SchülerInnen bereits in der Unterstufe – an den meisten Schulen in Deutschland prägt ein solches Bild den Schulalltag. Dazu kommt die verschärfte soziale Selektivität durch das mehrgliedrige Schulsystem und Bildungsgebühren.
Die Entwicklung an den Schulen vollzieht sich analog zu dem was auch an den Universitäten geschieht: Erhöhte Arbeitsbelastung, weniger Mitbestimmung, Gebühren, verstärkter Einfluss der Wirtschaft und ein Verständnis von Bildungseinrichtungen als Unternehmen, die in Konkurrenz zueinander stehen. Wir wollen uns all das nicht gefallen lassen! Weg mit den Studiengebühren, für ein selbstbestimmtes Studium!
Die Forderungen (mehr auf www.bildungsstreik-hamburg.de) :
* Kostenlose Bildung für alle
* Bessere Ausstattung der Schulen – kostenlose Lehrmaterialien
* Nein zum Superstress: weg mit dem 12-jährigen Abitur
* Jedem einen Ausbildungs- bzw. Studienplatz
* Verkleinerung der Klassen auf maximal 20 SchülerInnen
* Demokratisierung der Schulen
* Alternative Unterrichtsformen aufbauen
* Unternehmen raus aus den Schulen
* Weg mit dem dreigliedrigen Schulsystem – eine Schule für alle
* Abschaffung der Noten
Wir erklären uns solidarisch mit den Forderungen der SchülerInnen – ihr Kampf ist auch unser Kampf!
Deshalb rufen wir auf: Beteiligt euch an der Demo am 12.11.!
Wir gehen von der Uni los und schließen uns der SchülerInnen-Demo an.
Treffpunkt: 10 Uhr @ Audimax
Aufrufer:
- Regenbogen / AL: www.allchangeplease.blogsport.de
- GEW-Studierendengruppe: www.gewstudis.blogsport.de